Call to Action auf der Website: Wohin soll der Besucher klicken?
Was auf den Knopf gehört, welche Farbe er braucht und wo er hin muss. Mit Beispielen für Handwerker, Zehn-Minuten-Test und echtem Fall aus der Praxis.
Eine gute Handlungsaufforderung sagt, was nach dem Klick passiert, steht im ersten Bildschirm und wiederholt sich in Mitte und Ende. Nur dieser Knopf bekommt die Signalfarbe. Jede Seite hat genau ein Ziel, etwa Termin buchen oder Rückruf anfordern, und neben dem Knopf steht, was der Besucher bekommt.
In diesem Artikel
- Was ist eine Handlungsaufforderung auf der Website?
- Wie viele Handlungsaufforderungen verträgt eine Seite?
- Was soll auf dem Knopf stehen?
- Welche Farbe sollte der Knopf haben?
- Wo gehört die Handlungsaufforderung hin?
- Welche Handlungsaufforderung passt zu welchem Betrieb?
- Wie bringst du Besucher dazu, wirklich zu klicken?
- Häufige Fragen
Was ist eine Handlungsaufforderung auf der Website?
Ein Knopf oder Link, der Besuchern sagt, was sie als Nächstes tun sollen: anrufen, Termin buchen oder Anfrage senden. Fachleute sagen Call to Action.
Wenn Leute auf deiner Website landen und trotzdem nicht anrufen, liegt das selten am Angebot. Oft weiß der Besucher einfach nicht, was er jetzt tun soll, oder er muss erst suchen, wo die Telefonnummer steht.
Eine gute Handlungsaufforderung nimmt ihm diese Entscheidung ab. Der Knopf ist eindeutig, sichtbar und ehrlich: Er sagt, was passiert, und hält, was er verspricht.
Wie viele Handlungsaufforderungen verträgt eine Seite?
Ein Hauptziel pro Seite. Denselben Knopf darfst du oben, in der Mitte und am Ende zeigen. Fünf verschiedene Ziele nebeneinander lassen Besucher eher zögern.
Eine feste Regel aus meinem Webdesign-Wissensspeicher lautet: Jede Seite hat genau ein Ziel. Ausnahme sind reine Verteilerseiten wie ein Menü. Auf einer Leistungsseite für Dachsanierung ist das Ziel zum Beispiel ein Rückruf, nicht gleichzeitig Newsletter, Instagram, Karriere und Gutschein.
Wiederholen ist dagegen ausdrücklich erwünscht. Der gleiche Knopf mit dem gleichen Wortlaut gehört in den ersten Bildschirm, in die Navigation und erneut nach den wichtigsten Argumenten.
Diese Fehler kosten Klicks
- „Mehr erfahren“ oder „Los geht's“: Der Besucher weiß nicht, was nach dem Klick passiert.
- Geisterknöpfe: nur ein dünner Rahmen ohne Füllung. Solche Knöpfe gehen neben Fotos unter.
- Drei Knöpfe in Signalfarbe: Wenn alles leuchtet, leuchtet nichts.
- Kontakt nur im Fußbereich: Wer zuerst nach unten scrollen muss, springt oft vorher ab.
- Telefonnummer als Bild: Auf dem Handy kann man sie nicht antippen.
- Etwas sieht aus wie ein Knopf, ist aber keiner: Das frustriert und kostet Vertrauen.
Was soll auf dem Knopf stehen?
Was nach dem Klick passiert. „Termin für Fahrzeugcheck buchen“ ist besser als „Los geht's“, weil der Besucher genau weiß, worauf er sich einlässt.
Die Usability-Forscher der Nielsen Norman Group haben das schon 2017 untersucht. Das Fazit: Eine vage Beschriftung wie „Get Started“ passt zu fast jedem Ziel und hilft deshalb niemandem. Ein Link ist ein Versprechen. Wer mit einer unklaren Beschriftung Klicks holt, verliert danach Vertrauen.
Schwache und starke Beschriftungen
| Betrieb | Schwach | Stark |
|---|---|---|
| Fahrzeuglackierer | Kontakt | 15-Minuten-Fahrzeugcheck buchen |
| Dachdecker | Mehr erfahren | Kostenlosen Dachcheck anfragen |
| Elektriker | Jetzt starten | Rückruf zur Wallbox anfordern |
| Tischlerei | Anfrage | Möbel planen und Angebot erhalten |
| Event-DJ | Hier klicken | Termin prüfen und Angebot anfragen |
Welche Farbe sollte der Knopf haben?
Eine Signalfarbe, die nur der Hauptknopf bekommt und sonst nirgends vorkommt. Alle anderen Wege zeigst du als schlichten Textlink mit Pfeil.
Ich arbeite mit der Aufteilung 60, 30, 10: 60 Prozent ruhige Grundfarbe, 30 Prozent Markenfarbe und 10 Prozent Akzent nur für Handlungselemente. So springt der Hauptknopf ins Auge, ohne dass die Seite bunt wird.
Dazu kommen zwei harte Zahlen aus den Richtlinien für Barrierefreiheit (WCAG 2.2): Text braucht mindestens ein Kontrastverhältnis von 4,5 zu 1, großer Text 3 zu 1. Klickflächen sollen mindestens 24 mal 24 Pixel groß sein. Das hilft nicht nur Menschen mit Sehschwäche, sondern jedem, der mit dem Daumen in der Sonne tippt.
Wo gehört die Handlungsaufforderung hin?
In den ersten Bildschirm, in die Navigation, in die Seitenmitte und ans Ende. Auf dem Handy zusätzlich eine Telefonnummer, die man direkt antippen kann.
Ein klares Ziel spart auch dir Arbeit. Bei DJ Weihrauch führt jeder Knopf zu einem Anfrageformular, das alle Infos für ein Angebot abfragt.
„Ich spar mir extrem viel Arbeit und hab extrem viel Zeit. […] dass ich eigentlich nur noch ja oder nein sagen muss.“
Welche Handlungsaufforderung passt zu welchem Betrieb?
Die, die für deinen Kunden der kleinste Schritt ist und dir die beste Anfrage bringt: Termin buchen, Rückruf anfordern, Anfrage mit Fotos senden oder anrufen.
Vier Wege im Vergleich
| Weg | Passt gut, wenn | Achte darauf |
|---|---|---|
| Anruf | Kunden ein schnelles Gespräch erwarten, etwa im Notdienst | Nummer antippbar machen, Erreichbarkeit nennen |
| Formular | du für ein Angebot Maße, Fotos oder Termine brauchst | nur Pflichtfelder, die du wirklich brauchst |
| Terminbuchung | es einen festen Einstieg gibt, etwa Check oder Beratung | Bestätigung aufs Handy, Puffer im Kalender |
| Kunden lieber schreiben als telefonieren | Datenschutz klären, Antwortzeiten nennen |
Die Details findest du in Kontaktformular, das Anfragen bringt, Online-Terminbuchung für Handwerker und WhatsApp auf der Website.
Wie bringst du Besucher dazu, wirklich zu klicken?
Schreib direkt neben den Knopf, was der Besucher bekommt, wie lange es dauert und was danach passiert. Das nimmt die Unsicherheit vor dem ersten Schritt.
Unter einen Knopf „Rückruf anfordern“ gehört zum Beispiel: „Dauert eine Minute. Ich rufe dich innerhalb eines Werktags zurück.“ Das Wort „kostenlos“ allein trägt die Argumentation nicht. Konkrete Inhalte tun es.
Wie viel Sichtbarkeit und Klarheit ausmachen, zeigt die Anmeldeseite der Nathalie Ries GmbH. Nach dem Neuaufbau mit gut sichtbaren Anmeldeknöpfen, die auch am Handy sauber funktionieren, stieg die Anmeldequote von 8,11 auf 23,45 Prozent. Was dort sonst noch geändert wurde, steht in Mehr Anfragen bei gleichem Traffic.
Der Zehn-Minuten-Test für deine Knöpfe
- Zusammenkneif-Test
Augen zusammenkneifen und auf die Startseite schauen. Springen Überschrift und Hauptknopf noch heraus?
- Handy-Test
Startseite am Handy öffnen. Siehst du ohne Scrollen einen Knopf oder eine antippbare Nummer?
- Beschriftung prüfen
Sagt jeder Knopf, was nach dem Klick passiert? Streiche „Mehr erfahren“.
- Echte Anfrage senden
Formular ausfüllen und prüfen, ob die Nachricht ankommt und die Danke-Seite sagt, wie es weitergeht.
Wenn du keine Zeit für den Test hast: Gib deine Adresse im Website-Check ein. In unter einer Minute siehst du, welche Fehler auf deiner Startseite Anfragen kosten, ohne Anmeldung.
Häufige Fragen
Das hängt davon ab, was du für ein gutes Angebot brauchst. Brauchst du Maße oder Fotos, gewinnt das Formular. Bei Notdiensten oder sehr kurzen Aufträgen gewinnt der Anruf. Entscheide dich für einen Hauptweg und biete den anderen leiser an.
Oft ja, wenn er schmal bleibt und nur einen Knopf enthält, etwa „Anrufen“ oder „Termin buchen“. Er darf keinen Inhalt verdecken. Als Richtwert nutze ich eine Höhe von unter 120 Pixeln.
Ja, wenn es stimmt. Es ersetzt aber keine Beschreibung. Besser wirkt ein konkreter Inhalt: was der Besucher bekommt und wie lange es dauert. „Kostenlos“ ist ein Zusatz, kein Argument.
Auf jeder Seite, die verkaufen oder überzeugen soll, ja. Leistungsseiten, Referenzen und Ratgeber brauchen einen klaren nächsten Schritt. Ausnahmen sind Pflichtseiten wie Impressum und Datenschutzerklärung.
Besser nicht in einer zweiten Signalfarbe. Zeig Nebenwege als ruhigen Textlink mit Pfeil. So bleibt auf einen Blick klar, welcher Schritt der wichtigste ist und wohin der Besucher klicken soll.
Quellen
- Nielsen Norman Group: „Get Started“ Stops Users (2017), abgerufen am 04.11.2026
- W3C: Understanding SC 1.4.3 Contrast (Minimum), WCAG 2.2, abgerufen am 04.11.2026
- W3C: Understanding SC 2.5.8 Target Size (Minimum), WCAG 2.2, abgerufen am 04.11.2026
- Armin Franz: Fallstudien (Alpha Lackierungen, Nathalie Ries GmbH), abgerufen am 04.11.2026