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Benefits im Handwerk: Was Bewerber wirklich wollen

Benefits im Handwerk: Was Fachkräfte laut Umfragen wollen, welche Extras steuerfrei sind, mit Tabelle und Paragrafen, und wie du sie richtig bewirbst.

Armin FranzAktualisiert am 8 Min. Lesezeit
Armin Franz begrüßt einen Redner per Handschlag auf einer Veranstaltung
Kurz gesagt

Bewerber im Handwerk wollen vor allem ein gutes Gehalt, Sicherheit, planbare Arbeitszeiten und Weiterbildung. Steuerfreie Extras machen das Gehalt spürbar größer: Sachbezüge bis 50 Euro im Monat, Gesundheitsförderung bis 600 Euro im Jahr und Rabatte auf eigene Leistungen bis 1.080 Euro im Jahr. Obstkorb und Kicker zählen kaum.

In diesem Artikel
  1. Welche Benefits wollen Bewerber im Handwerk wirklich?
  2. Was ist Fachkräften bei der Wahl des Arbeitgebers am wichtigsten?
  3. Welche Benefits sind für Arbeitnehmer steuerfrei?
  4. Lohnt sich ein steuerfreies Extra mehr als eine Gehaltserhöhung?
  5. Welche Benefits passen besonders gut zum Handwerk?
  6. Wie schreibst du Benefits in die Stellenanzeige?
  7. Welche Benefits bringen im Handwerk wenig?
  8. Wie findest du heraus, welche Benefits dein Team will?
  9. Häufige Fragen

Welche Benefits wollen Bewerber im Handwerk wirklich?

Vor allem ein gutes Gehalt, planbare Arbeitszeiten, Sicherheit, gute Einarbeitung und Weiterbildung. Obstkorb und Tischkicker interessieren kaum jemanden, steuerfreie Extras mit echtem Geldwert dagegen schon.

Viele Betriebe schreiben "attraktive Benefits" in die Anzeige und meinen damit Kaffee und Weihnachtsfeier. Ein Geselle, der zwischen drei Angeboten wählt, rechnet anders: Was bleibt am Monatsende übrig, und wann habe ich Feierabend?

Hier steht, was Umfragen zeigen, welche Extras steuerfrei sind und wie du sie so in die Anzeige schreibst, dass sie jemand ernst nimmt.

Was ist Fachkräften bei der Wahl des Arbeitgebers am wichtigsten?

Laut Randstad 2026 vor allem Jobsicherheit, Arbeitsklima, Work-Life-Balance und Gehalt. Bei einer Befragung der Jobplattform PowerUs steht überdurchschnittliches Gehalt vorn.

Was Beschäftigte und Fachkräfte sich wünschen

Was Beschäftigte und Fachkräfte sich wünschen
QuellePlatz 1Platz 2Platz 3
Randstad Employer Brand Research 2026, 4.331 BefragteJobsicherheit, 58 %Arbeitsklima, 54 %Work-Life-Balance, 52 %
PowerUs, Fachkräfte, Stand 10/2025Überdurchschnittliches Gehalt, 64 %Gute Einarbeitung und Weiterbildung, 46 %Gute Aufstiegsmöglichkeiten, 44 %
Randstad: Online-Befragung Anfang 2026. PowerUs ist eine Jobplattform für Handwerk und gewerbliche Berufe und nennt keine Methodik, die Zahlen sind daher nur eine Orientierung.

Bei Randstad folgen auf Platz vier Gehalt und Sozialleistungen mit 50 Prozent (Randstad, Juni 2026). Bei PowerUs landen Dienstwagen mit 38 Prozent auf Platz fünf (PowerUs).

Die Betriebe selbst setzen laut einer Umfrage der Handwerkskammer für München und Oberbayern am häufigsten auf flexiblere Arbeitszeitmodelle und finanzielle Anreize. Das passt zu dem, was Bewerber wollen.

Welche Benefits sind für Arbeitnehmer steuerfrei?

Unter anderem Sachbezüge bis 50 Euro im Monat, Gesundheitsförderung bis 600 Euro im Jahr, Kinderbetreuung, Jobticket, Dienstrad und Mitarbeiterrabatte bis 1.080 Euro jährlich.

Steuerfreie und steuerbegünstigte Extras im Überblick

Steuerfreie und steuerbegünstigte Extras im Überblick
ExtraGrenzeRechtsgrundlageGut fürs Handwerk, weil
Sachbezug, z. B. Tankgutschein oder Guthabenkarte50 € im Monat§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStGJeden Monat spürbar
Rabatt auf eigene Leistungen oder Waren1.080 € im Jahr§ 8 Abs. 3 EStGBadsanierung, Heizungswartung oder Möbel zum Mitarbeiterpreis
Gesundheitsförderung, zertifizierte Kurse600 € im Jahr§ 3 Nr. 34 EStGRücken und Gelenke werden geschont
Kinderbetreuung nicht schulpflichtiger Kindertatsächliche Kosten§ 3 Nr. 33 EStGHilft Eltern im Team
Jobticket, Zuschuss zum Nahverkehrohne feste Grenze§ 3 Nr. 15 EStGFür Azubis ohne Auto
Dienstrad zusätzlich zum Lohnohne feste Grenze§ 3 Nr. 37 EStGFür kurze Wege zum Betrieb
Private Nutzung von Diensthandy oder Laptopohne feste Grenze§ 3 Nr. 45 EStGHandy hat jeder sowieso dabei
Stand Gesetzestexte auf gesetze-im-internet.de, abgerufen am 04.11.2026. Die meisten Extras müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt werden, eine Umwandlung von Gehalt reicht dann nicht.
Keine Steuerberatung

Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick, Stand 04.11.2026. Er ersetzt keine Beratung durch eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Klär die Lohnabrechnung im Zweifel mit deinem Steuerbüro.

Wichtig ist das Wort zusätzlich. Gutscheine und Guthabenkarten bleiben nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG nur dann steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn kommen (§ 8 EStG). Gleiches gilt für Jobticket, Kinderbetreuung und Dienstrad nach § 3 EStG (§ 3 EStG). Wer einfach einen Teil des bisherigen Gehalts umwidmet, hat am Ende Ärger mit der Lohnsteuerprüfung.

Lohnt sich ein steuerfreies Extra mehr als eine Gehaltserhöhung?

Oft ja, weil vom steuerfreien Extra der volle Betrag ankommt. Von einer Gehaltserhöhung gehen Steuern und Sozialabgaben ab, beim Mitarbeiter und bei dir.

Wie groß der Unterschied ist, hängt von Steuerklasse und Gehalt ab. Rechne es mit deinem Steuerbüro für einen typischen Gesellen in deinem Betrieb einmal durch. Die Zahl, die dabei herauskommt, gehört dann als Euro-Betrag in die Stellenanzeige, nicht als "attraktive Zusatzleistungen".

Ein Fall für ältere Fachkräfte: Seit Januar 2026 bleiben mit der Aktivrente bis zu 2.000 Euro Arbeitslohn im Monat steuerfrei, wenn jemand die Regelaltersgrenze erreicht hat (Stiftung Warentest). Sozialabgaben fallen trotzdem an. Für Rentner, die noch ein paar Tage die Woche mitarbeiten wollen, kann das ein echtes Argument sein.

Welche Benefits passen besonders gut zum Handwerk?

Extras, die zum Alltag auf der Baustelle passen: gutes Werkzeug, eigenes Fahrzeug, planbarer Feierabend, bezahlter Meisterkurs und Rabatt auf die eigenen Leistungen des Betriebs.

Sechs Extras mit echtem Wert

  • Planbare Arbeitszeit: Freitag früher frei oder eine 4-Tage-Woche mit festen Tagen. Wer flexibel kann, sollte es konkret nennen.
  • Werkzeug und Kleidung: Hochwertiges Werkzeug, das der Betrieb stellt und ersetzt.
  • Fahrzeug: Eigener Transporter, Mitnahme nach Hause, falls das bei dir geht.
  • Meister- und Weiterbildung: Kosten übernehmen und Freistellung regeln. Das ist laut PowerUs für 46 Prozent wichtig.
  • Mitarbeiterrabatt: Leistungen deines Betriebs zum Vorzugspreis, im Rahmen des Rabattfreibetrags.
  • Gesundheit: Zuschuss zu zertifizierten Präventionskursen, etwa für den Rücken, bis 600 Euro im Jahr.

Wie schreibst du Benefits in die Stellenanzeige?

Konkret, mit Zahl und ohne Floskel. Statt "attraktive Zusatzleistungen" schreibst du "50 Euro Tankgutschein im Monat, Freitag ab 12 Uhr frei, Meisterkurs bezahlt".

Benefits in der Anzeige: vorher und nachher

Benefits in der Anzeige: vorher und nachher
So nichtSo schon
Attraktive Zusatzleistungen50 € Tankgutschein jeden Monat, steuerfrei
Flexible ArbeitszeitenFreitag ab 12 Uhr Feierabend
WeiterbildungsmöglichkeitenMeisterkurs bezahlen wir, zwei Kollegen sind gerade dabei
Moderne AusstattungEigener Transporter mit kompletter Werkzeugausstattung
MitarbeitereventsGrillen nach jeder großen Baustelle, Ausflug im Sommer
Beispiele zur Veranschaulichung. Schreib nur, was du wirklich anbietest.

Wie die ganze Anzeige drumherum aussieht, zeige ich in Stellenanzeige im Handwerk schreiben. Und wie du Benefits mit echten Bildern statt Floskeln zeigst, steht in Arbeitgebermarke für kleine Betriebe.

Welche Benefits bringen im Handwerk wenig?

Alles ohne Geldwert oder Zeitgewinn, das in jeder Konzernanzeige steht. Obstkorb, Kicker und flache Hierarchien sind nett, aber kein Grund zum Wechseln.

  • Obstkorb und Kaffee: Selbstverständlich, kein Argument.
  • Flache Hierarchien: In einem Betrieb mit zehn Leuten gibt es ohnehin keine anderen.
  • Teamevents ohne Zahl: "Regelmäßige Events" glaubt niemand. Nenn, was ihr wirklich macht.
  • Extras, die kaum jemand nutzt: Ein Fitnessstudio in 40 Kilometern Entfernung hilft keinem.

Wie findest du heraus, welche Benefits dein Team will?

Frag es. Eine kurze Liste mit sechs Möglichkeiten, jeder kreuzt zwei an. Was dein Team will, wollen meistens auch die Bewerber, die zu euch passen.

Das dauert eine Frühstückspause und verhindert, dass du Geld für Extras ausgibst, die niemand schätzt. Wenn du danach Benefits auf deiner Karriereseite so zeigen willst, dass sie Bewerber überzeugen: Im Erstgespräch klären wir in rund 15 Minuten, wen du suchst, was deine Website heute dafür tut und welche Schritte sich lohnen. Mehr zum Gesamtbild steht in Mitarbeiter gewinnen im Handwerk.

Häufige Fragen

Armin Franz sitzt lächelnd an einem Holztisch vor einem hellen Sprossenfenster

Armin Franz

Webdesigner für Handwerksbetriebe in Bayern

Ich baue Websites für Handwerksbetriebe und sorge dafür, dass sie bei Google und in KI-Suchen gefunden werden. In diesem Ratgeber schreibe ich auf, was ich aus Kundengesprächen und eigenen Projekten weiß.

Mehr über mich

Quellen

  1. Randstad Employer Brand Research 2026 (19.6.2026), abgerufen am 04.11.2026
  2. PowerUs: Die beliebtesten Arbeitgeberleistungen im Handwerk (10/2025), abgerufen am 04.11.2026
  3. § 8 EStG: Einnahmen, Sachbezugsfreigrenze und Rabattfreibetrag, abgerufen am 04.11.2026
  4. § 3 EStG: Steuerfreie Einnahmen, abgerufen am 04.11.2026
  5. Taxmaro: Steuerfreie Arbeitgeberleistungen 2026, abgerufen am 04.11.2026
  6. Stiftung Warentest: Aktivrente, bis zu 2.000 Euro steuerfrei, abgerufen am 04.11.2026
  7. Handwerkskammer für München und Oberbayern: Umfrage Handwerkstrends 2026, abgerufen am 04.11.2026