Logo und Farben: Corporate Design für kleine Betriebe
Corporate Design für kleine Betriebe ohne Handbuch: zwei bis drei Farben, zwei Schriften, Logo in drei Varianten, Kontrastwerte und eine Regel für alle.
Für einen einheitlichen Auftritt braucht ein kleiner Betrieb kein dickes Handbuch, sondern fünf Festlegungen: ein Logo in drei Varianten, zwei bis drei Farben mit fester Aufgabe, höchstens zwei Schriften, einen Bildstil mit echten Fotos und eine Seite mit Regeln. Die gelten dann für Website, Fahrzeug, Kleidung und Angebot.
In diesem Artikel
- Was gehört zum Corporate Design eines kleinen Betriebs?
- Wie viele Farben sollte ein Betrieb haben?
- Welcher Kontrast ist nötig, damit Texte lesbar bleiben?
- Wie viele Schriften verträgt ein Auftritt?
- Was braucht ein gutes Logo für Handwerker?
- Muss ich mein Logo als Marke schützen lassen?
- Wie setzt du das Design überall gleich um?
- Was tun, wenn das alte Logo nicht mehr passt?
- Häufige Fragen
Was gehört zum Corporate Design eines kleinen Betriebs?
Ein Logo, zwei bis drei Farben, höchstens zwei Schriften und ein Bildstil. Dazu eine Seite mit Regeln, damit Website, Fahrzeug, Kleidung und Angebot gleich aussehen.
Wenn auf dem Transporter ein anderes Blau klebt als auf der Website, die Arbeitsjacken ein drittes Logo tragen und das Angebot in einer Schrift kommt, die sonst nirgends auftaucht, wirkt dein Betrieb kleiner, als er ist. Kunden merken das nicht bewusst, aber sie spüren, dass etwas nicht zusammenpasst.
Ein einheitlicher Auftritt ist kein Luxus für Konzerne. Für einen Handwerksbetrieb reichen fünf Festlegungen auf einer Seite. Ich zeige dir, welche das sind und welche Zahlen dabei wirklich zählen.
Wie viele Farben sollte ein Betrieb haben?
Zwei bis drei, jede mit fester Aufgabe: eine ruhige Grundfarbe, eine Markenfarbe und eine Akzentfarbe nur für Knöpfe. Eine gut eingesetzte Farbe schlägt fünf zufällige.
Die Farbaufteilung 60, 30, 10
| Rolle | Anteil | Wo sie vorkommt | Beispiel Zimmerei |
|---|---|---|---|
| Grundfarbe | 60 % | Hintergründe, Fließtext | warmes Weiß, dunkles Grau |
| Markenfarbe | 30 % | Flächen, Fahrzeug, Kleidung | Tannengrün |
| Akzentfarbe | 10 % | nur Knöpfe und Telefonnummer | kräftiges Orange |
Such deine Farben nicht nach Geschmack aus, sondern über den Farbkreis: nebeneinanderliegende Töne wirken ruhig, gegenüberliegende Töne setzen Spannung. Zufällige Entscheidungen sieht man jedem Auftritt an.
Ein Tipp aus der Praxis: Leite deine Palette aus deinem Material ab. Holz, Stein, Kupfer oder Lack haben eigene Farben, die Kunden mit deinem Gewerk verbinden. Den lila-blauen Farbverlauf, den gerade jede Software-Firma nutzt, solltest du dagegen meiden. Damit siehst du aus wie alle anderen.
Welcher Kontrast ist nötig, damit Texte lesbar bleiben?
Laut den Barrierefreiheits-Richtlinien WCAG mindestens 4,5 zu 1 für normalen Text und 3 zu 1 für große Schrift. Hellgrau auf Weiß fällt oft durch.
Als große Schrift gilt laut WCAG Text ab 18 Punkt oder ab 14 Punkt fett. Alles darunter braucht den höheren Kontrast. Das betrifft vor allem schicke, blasse Grautöne und weiße Schrift auf hellen Fotos.
Eine zweite feste Regel aus meinem Wissensspeicher: Farbe ist nie der einzige Bedeutungsträger. Ein roter Rahmen um ein Formularfeld reicht nicht. Dazu gehört ein Text wie „Bitte Telefonnummer eingeben“.
Gib Textfarbe und Hintergrundfarbe in einen kostenlosen Kontrastrechner ein, zum Beispiel den Contrast Checker von WebAIM. Er zeigt dir sofort, ob das Verhältnis für normalen und großen Text reicht.
Wie viele Schriften verträgt ein Auftritt?
Höchstens zwei Schriftfamilien, oft reicht eine. Wenn zwei, dann bewusst verschieden, etwa eine kräftige Schrift für Überschriften und eine schlichte für den Text.
Denk von der Überschrift aus. Die Überschrift bestimmt den Ton: kantig und handfest, ruhig und hochwertig oder modern und klar. Die Textschrift stützt sie nur. Zwei ähnliche Schriften nebeneinander wirken dagegen wie ein Versehen.
Auf der Website gehören Schriften lokal auf den eigenen Server, statt sie bei jedem Seitenaufruf von fremden Servern zu laden. Warum das wichtig ist, steht in Google Fonts und Abmahnungen.
Was braucht ein gutes Logo für Handwerker?
Es muss winzig auf dem Handy, groß auf dem Transporter und einfarbig auf Arbeitskleidung funktionieren. Dafür brauchst du drei Varianten und die Datei als Vektorgrafik.
Logo-Checkliste
- Drei Varianten: quer für Website und Briefbogen, kompakt als Zeichen für Handy und Profilbild, einfarbig für Stick und Stempel.
- Vektordatei: SVG oder PDF, damit das Logo auf jeder Größe scharf bleibt. Dazu PNG mit transparentem Hintergrund.
- Schutzraum: fester Abstand rund ums Logo, in den nichts anderes ragt.
- Lesbar bei 32 Pixeln: Verkleinere es auf Daumengröße. Erkennst du es noch?
- Rechte schriftlich: Lass dir vom Grafiker die Nutzungsrechte für alle Zwecke übertragen, auch für spätere Änderungen.
Muss ich mein Logo als Marke schützen lassen?
Pflicht ist es nicht. Wer Namen und Logo langfristig absichern will, kann beim Deutschen Patent- und Markenamt eine Marke anmelden. Online kostet das 290 Euro.
Die Gebühr von 290 Euro gilt laut DPMA für eine elektronische Anmeldung mit bis zu drei Klassen, auf Papier sind es 300 Euro, jede weitere Klasse kostet 100 Euro (Stand 04.11.2026). Prüf vorher im Register, ob es ähnliche Marken schon gibt.
Dieser Abschnitt gibt einen allgemeinen Überblick, Stand 04.11.2026. Er ersetzt keine Beratung durch eine Anwältin oder einen Anwalt. Im Zweifel frag deine Handwerkskammer oder einen Fachanwalt.
Wie setzt du das Design überall gleich um?
Mit einer einseitigen Gestaltungsregel: Farbwerte als Zahlen, Schriftnamen, Logo-Varianten und drei Beispiele. Die gibst du jedem, der etwas für dich gestaltet.
Deine Gestaltungsregel auf einer Seite
- Farben als Zahlen
HEX-Werte für die Website, CMYK für den Druck. Für Folie und Lack stimmst du den Farbton mit deinem Folierer oder Lackierer ab.
- Schriften benennen
Name der Überschrift- und Textschrift, dazu eine Ersatzschrift für Word und E-Mail.
- Logo-Dateien ablegen
Alle Varianten in einem Ordner, den Druckerei, Folierer und Webdesigner bekommen.
- Bildstil festlegen
Echte Fotos, warmes Licht, Menschen bei der Arbeit. Keine Stockfotos mit fremden Gesichtern.
- Drei Beispiele zeigen
Website, Fahrzeug, Angebot. So sieht jeder, wie die Regeln aussehen.
Wie du gute Fotos mit dem Handy machst, steht in Fotos für die Website. Und wie die Akzentfarbe auf der Website richtig eingesetzt wird, zeigt Handlungsaufforderungen, die funktionieren.
Was tun, wenn das alte Logo nicht mehr passt?
Behutsam modernisieren, wenn Kunden dich am alten Logo erkennen. Ein kompletter Neuanfang lohnt sich, wenn sich Angebot oder Zielgruppe deutlich geändert haben.
Wie eine Tischlerei Material und Handarbeit sichtbar macht, steht im Ratgeber Website für Schreiner und Tischler. Auch bei Neugründungen lohnt die Beratung. Domenik Bozic, Jungmeister für Gebäudeautomation, bekam Vorschläge zu Farben und Aufbau. Sein Fazit im Interview: „Ich wollte etwas ganz anderes, aber sein Ergebnis hat mir fünfmal mehr gefallen.“ Wenn du wissen willst, wie das bei dir aussehen kann: Im Erstgespräch klären wir, für welche Arbeit dich Kunden finden sollen und welche Schritte du wirklich brauchst.
Häufige Fragen
Technisch ja. Aber Vorsicht: Urheberrechtlich geschützt sind nach § 2 Abs. 2 UrhG nur persönliche geistige Schöpfungen. Ein rein von KI erzeugtes Logo lässt sich deshalb womöglich schwer gegen Nachahmer verteidigen.
Eine Vektordatei als SVG oder PDF für Druck, Folie und Website, dazu PNG mit transparentem Hintergrund für Office und Social Media. Jeweils in Farbe, einfarbig dunkel und einfarbig hell.
Ja. Kunden sehen dein Fahrzeug, googeln dich und landen auf der Website. Wenn dort dieselben Farben und dasselbe Logo auftauchen, wissen sie sofort, dass sie richtig sind. Das schafft Vertrauen.
Schau auf dein Material und deine Arbeit: Holz, Stein, Metall, Wasser. Leite daraus eine Markenfarbe ab und wähle eine ruhige Grundfarbe dazu. Die Akzentfarbe darf kräftig sein, sie ist nur für Knöpfe da.
Nein. Für einen kleinen Betrieb reicht eine Seite mit Farbwerten, Schriftnamen, Logo-Varianten und drei Beispielen. Wichtig ist, dass jeder sie bekommt, der etwas für dich gestaltet oder druckt.
Quellen
- W3C: Understanding SC 1.4.3 Contrast (Minimum), WCAG 2.2, abgerufen am 04.11.2026
- DPMA: Gebühren Marken, abgerufen am 04.11.2026
- § 2 UrhG, Geschützte Werke, abgerufen am 04.11.2026
- Armin Franz: Fallstudien (Manufaktur Mücke, Bozic Gebäudeautomation), abgerufen am 04.11.2026