Ortsseiten für SEO: Brauchst du für jede Stadt eine eigene Seite?
Ortsseiten für SEO: Wann eine eigene Seite pro Stadt sinnvoll ist, wann Google sie als Brückenseite wertet und was auf eine gute Ortsseite gehört.
Nein, nicht für jede Stadt. Eine eigene Ortsseite lohnt sich nur, wenn du dort wirklich etwas Eigenes zeigen kannst: Projekte, einen Standort, besondere Abläufe. Seiten, bei denen nur der Ortsname wechselt, nennt Google Brückenseiten und wertet sie als Spam. Für die meisten Betriebe reichen gute Leistungsseiten mit klar genanntem Einsatzgebiet.
In diesem Artikel
- Brauche ich für jede Stadt eine eigene Seite?
- Was sind Brückenseiten und warum sind sie riskant?
- Wann lohnt sich eine eigene Ortsseite?
- Was gehört auf eine gute Ortsseite?
- Reicht nicht das Servicegebiet im Google-Profil?
- Wie viele Ortsseiten sind sinnvoll?
- Was gilt bei mehreren echten Standorten?
- Häufige Fragen
Brauche ich für jede Stadt eine eigene Seite?
Nein. Eine Ortsseite lohnt sich nur, wenn du für diesen Ort echte eigene Inhalte hast. Sonst reichen Leistungsseiten, auf denen dein Einsatzgebiet klar genannt ist.
Die Idee ist verlockend: 30 Orte im Umkreis, 30 Seiten „Maler in …“, und überall erscheinst du. Genau dieses Muster kennt Google seit Jahren und hat es in seinen Spamrichtlinien beschrieben. Das Ergebnis ist im besten Fall nichts, im schlechtesten ein Problem für die ganze Website.
Es gibt aber Fälle, in denen Ortsseiten richtig sind. Der Unterschied liegt nicht im Ortsnamen, sondern im Inhalt, den nur diese Seite hat.
Was sind Brückenseiten und warum sind sie riskant?
Brückenseiten sind laut Google Seiten, die nur für ähnliche Suchanfragen gebaut werden und weniger hilfreich sind als das eigentliche Ziel. Google zählt sie zu Spam.
Google nennt als Beispiel ausdrücklich mehrere Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte ausgerichtet sind, aber Nutzer im Grunde auf dieselbe Seite führen. Ebenso Seiten, die sich im Wesentlichen gleichen und eher wie Suchergebnisse wirken als wie eine geordnete Website. Dazu kommt Keyword-Stuffing: Textblöcke mit Städten, für die eine Seite ranken soll.
Wer gegen die Spamrichtlinien verstößt, riskiert laut Google schlechtere Platzierungen oder dass Seiten gar nicht mehr erscheinen. Das trifft dann nicht nur die Ortsseiten.
Gute und schlechte Ortsseite im Vergleich
| Brückenseite | Echte Ortsseite | |
|---|---|---|
| Text | Gleicher Text wie auf 20 anderen Seiten, nur der Ort ist getauscht | Eigener Text über Projekte und Besonderheiten in diesem Ort |
| Bilder | Stockfotos oder dieselben Bilder überall | Fotos von Aufträgen vor Ort |
| Fragen | Keine oder Standardfragen | Fragen, die Kunden aus diesem Ort wirklich stellen |
| Nutzen für Besucher | Keiner, er landet auf derselben Info | Er sieht, dass du dort schon gearbeitet hast |
| Risiko | Spam laut Google | Kein Risiko, echter Inhalt |
Wann lohnt sich eine eigene Ortsseite?
Wenn du dort einen echten Standort hast, regelmäßig Aufträge machst und eigene Referenzen, Fotos und Antworten auf Fragen von Kunden aus diesem Ort zeigen kannst.
- Echter zweiter Standort: Zum Beispiel eine Filiale oder Ausstellung. Dann gehört dazu auch ein eigenes Google-Profil.
- Viele Aufträge dort: Du hast mehrere Projekte mit Fotos, die du zeigen darfst.
- Eigene Geschichte: Etwas, das nur für diesen Ort gilt, etwa ein eigener Ansprechpartner oder feste Einsatztage.
- Spürbare Nachfrage: In deiner Search Console tauchen Suchen mit diesem Ortsnamen auf. Wie du das prüfst, steht in Google Search Console einrichten.
Was gehört auf eine gute Ortsseite?
Eine Überschrift aus Leistung und Ort, eigene Projekte mit Fotos, ehrliche Angaben zur Anfahrt, vier bis sechs lokale Fragen und ein gut sichtbarer Anrufknopf.
Aufbau einer Ortsseite
- Überschrift
Schlicht: „Badsanierung in Kulmbach“. Kein Slogan.
- Erster Absatz
Was du dort machst, seit wann, wie schnell du da bist. In zwei Sätzen.
- Projekte
Zwei bis drei Aufträge aus dem Ort mit Fotos und je drei Sätzen: Ausgangslage, Arbeit, Ergebnis.
- Lokale Fragen
Vier bis sechs Fragen, die Kunden aus dem Ort wirklich stellen. Nicht dieselben wie auf jeder Seite.
- Kontakt
Telefon, Formular, am Handy ein fester Anrufbalken.
Mindestens 40 bis 50 Prozent einer Ortsseite sollten echt einzigartig sein, also nirgends sonst auf deiner Website stehen. Das ist keine offizielle Google-Zahl, sondern ein Prüfmaßstab aus meiner Arbeit. Schaffst du das nicht, ist die Seite noch nicht reif.
Reicht nicht das Servicegebiet im Google-Profil?
Für Suchen in deiner Nähe oft schon. Für Suchen mit Ortsnamen hilft zusätzlich eine Website, die dein Einsatzgebiet klar und ehrlich nennt.
Im Profil kannst du bis zu 20 Orte oder Postleitzahlen als Servicegebiet eintragen. Auf der Website reicht für die meisten Betriebe ein ehrlicher Satz pro Leistungsseite, etwa „Wir arbeiten im Landkreis Bayreuth und in Kulmbach“, plus Referenzen mit Ortsangabe. Mehr zum Zusammenspiel in Lokal bei Google gefunden werden.
Wie viele Ortsseiten sind sinnvoll?
So viele, wie du mit echtem Inhalt füllen kannst. Fang mit dem Ort an, aus dem die meisten Aufträge kommen, und warte die Wirkung ab.
Ein Satz aus meinem Arbeitsprinzip: Seite 15 wird nicht gebaut, bevor Seite 1 rankt. Erst die Leistungsseiten, dann vielleicht eine Ortsseite, dann schauen, was in der Search Console passiert. Wie die Leistungsseiten aussehen sollten, steht in SEO für Handwerker. Wenn du auf dem Land arbeitest und viele kleine Orte abdeckst, lies auch Gefunden werden auf dem Land.
Ob Ortsseiten für deinen Betrieb überhaupt Sinn ergeben, klären wir im Erstgespräch. Danach weißt du, welche Seiten du brauchst und welche du dir sparst.
Was gilt bei mehreren echten Standorten?
Jeder echte Standort mit Schild und Kundenkontakt bekommt laut Google ein eigenes Profil und auf der Website eine eigene Seite mit Adresse und Zeiten.
Dann ist die Standortseite keine Brückenseite, sondern Pflicht. Sie verlinkt das passende Google-Profil, zeigt Anfahrt, Öffnungszeiten und Ansprechpartner. Ein Briefkasten oder ein virtuelles Büro ist laut Google aber kein Standort und darf kein eigenes Profil bekommen. Bei Bäckereien und Metzgereien mit mehreren Filialen ist das der Normalfall, mehr dazu in Website für Bäckereien und Metzgereien.
Häufige Fragen
Eine kurze Angabe deines Einsatzgebiets ist in Ordnung. Lange Listen mit Städten, für die die Seite ranken soll, nennt Google ausdrücklich als Beispiel für Keyword-Stuffing. Ein ehrlicher Satz reicht.
Als Entwurf ja, aber nur mit deinem eigenen Material: echte Projekte, Fotos, Fragen deiner Kunden. Ohne das entsteht genau der austauschbare Text, den Google als Brückenseite einordnet.
Entweder mit echten Projekten und Fragen füllen oder zusammenlegen. Wenn du Seiten entfernst, leite die alten Adressen per 301 auf die passende Leistungsseite weiter, damit Besucher und Verlinkungen nicht ins Leere laufen.
KI-Suchen greifen auf Inhalte aus dem Web zurück. Klar benannte Leistungen, Orte und echte Projekte helfen dabei, deinen Betrieb richtig einzuordnen. Austauschbare Seiten helfen dort genauso wenig wie bei Google.
Quellen
- Google Search Central: Spamrichtlinien (Brückenseiten, Keyword-Stuffing), abgerufen am 04.11.2026
- Google Business Profile Help: Guidelines for representing your business, abgerufen am 04.11.2026
- Google Business Profile Help: Manage your service areas, abgerufen am 04.11.2026
- Search Console-Hilfe: Warum wird meine Seite nicht in der Google Suche angezeigt?, abgerufen am 04.11.2026