Website-Briefing: Was du vor dem Start vorbereiten solltest
Website-Briefing mit Vorlage: sechs Bausteine, Wunschkunden-Profil, Unterlagen-Liste und Ziel in einem Satz. Für Texte, die nach deinem Betrieb klingen.
Ein gutes Website-Briefing passt auf ein bis zwei Seiten und beantwortet sechs Punkte: was dein Betrieb macht, welche Leistungen zu welchen Preisen, in welchem Gebiet, wer deine Wunschkunden sind und was sie fragen, welche Belege du hast und wie du klingen willst. Dazu kommen Logo, Fotos, Zugänge und ein klares Ziel.
In diesem Artikel
- Was ist ein Website-Briefing?
- Warum lohnt sich die Vorbereitung für dich?
- Was gehört in ein Website-Briefing?
- Wie beschreibst du deine Wunschkunden?
- Welche Belege solltest du sammeln?
- Welche Unterlagen und Zugänge braucht der Webdesigner?
- Wie formulierst du das Ziel der Website?
- Was solltest du lieber weglassen?
- Häufige Fragen
Was ist ein Website-Briefing?
Eine kurze Zusammenfassung deines Betriebs für den Webdesigner: Ziel der Seite, Leistungen, Gebiet, Kunden, Belege und Tonfall. Es spart Korrekturschleifen und macht Angebote vergleichbar.
Wenn du ohne Vorbereitung in ein Website-Projekt gehst, schreibt am Ende jemand über deinen Betrieb, was er sich vorstellt. Das Ergebnis klingt dann wie jede zweite Handwerker-Seite: „Qualität, Zuverlässigkeit, Kundenzufriedenheit“. Kein Kunde ruft deswegen an.
In meinem Wissensspeicher zu Werbetexten steht ein Satz, den ich jedem Kunden zu Beginn sage: Gute Texte bestehen zu achtzig Prozent aus Recherche. Das Briefing ist diese Recherche. Und niemand kennt deinen Betrieb besser als du.
Warum lohnt sich die Vorbereitung für dich?
Weil die Website nur so gut sein kann wie das, was dein Webdesigner über deinen Betrieb weiß. Eine Stunde Vorbereitung spart oft mehrere Korrekturrunden.
Was gehört in ein Website-Briefing?
Sechs Bausteine: dein Unternehmen, deine Leistungen mit echten Preisen, dein Einzugsgebiet, deine Wunschkunden, deine Belege und dein Tonfall. Dazu ein klares Ziel der Seite.
Die Vorlage: sechs Bausteine mit Leitfragen
- Unternehmen
Name, Gewerk, Größe, seit wann, wer ist der Chef. Was machst du anders als andere, in einem Satz?
- Leistungen mit echten Preisen
Welche Leistungen verkaufst du, welche davon am liebsten, und was kosten sie ungefähr? Die Preise müssen nicht auf die Seite, aber in den Kopf deines Webdesigners.
- Einzugsgebiet
Wo arbeitest du, wie weit fährst du, wo willst du mehr Aufträge? Nenn konkrete Orte.
- Wunschkunden
Wer sind deine besten Kunden? Welche drei Fragen stellen sie vor der Zusage, und was ist ihr größter Einwand?
- Belege
Alles, was ein Mitbewerber nicht ehrlich behaupten kann: Bewertungen, Projekte, Zahlen, Meistertitel, Auszeichnungen.
- Tonfall
Du oder Sie? Locker oder sachlich? Und: Welche Worte und Versprechen sollen nie auf deiner Seite stehen?
Wie beschreibst du deine Wunschkunden?
Als echte Person in einer Situation, nicht als Zielgruppe. Notier, was sie vor dem Auftrag fragt, was sie zögern lässt und was sie probiert hat.
Sechs Felder für deinen Wunschkunden
- Wer: zum Beispiel Ehepaar Mitte 50, Eigenheim von 1985, Kinder ausgezogen.
- Alltagssituation: Die Dusche ist zu eng, der Einstieg in die Wanne wird jeden Monat beschwerlicher.
- Wunsch: ein Bad ohne Stufe, fertig in zwei Wochen, ohne Dreck im ganzen Haus.
- Was schon versucht wurde: zwei Angebote eingeholt, einer kam nie zum Termin.
- Folgen in Zahlen: wie lange sie schon warten, was es kostet, nichts zu tun.
- Einwände: zu teuer, zu lange Baustelle, wer haftet bei Schäden?
Wichtig: Nimm die Worte deiner Kunden, nicht deine. Wenn Kunden „Bad ohne Stufe“ sagen, schreib nicht „bodengleiche Duschlösung“. Mindestens die Hälfte der Formulierungen sollte wörtlich aus echten Gesprächen kommen.
Welche Belege solltest du sammeln?
Alles, was ein Mitbewerber nicht ehrlich behaupten kann: Google-Bewertungen, Vorher-Nachher-Fotos, konkrete Zahlen, Meistertitel, Jahre im Betrieb und echte Kundenstimmen.
Je mehr ein Besucher vor der Entscheidung sehen kann, desto ruhiger wird der Skeptiker. Welche Belege am stärksten wirken und wie du sie zeigst, steht in Vertrauen auf der Website. Für Kundenfotos und Namen brauchst du eine Einwilligung.
Welche Unterlagen und Zugänge braucht der Webdesigner?
Logo als Datei, Fotos in voller Größe, Zugänge zu Domain, Google-Profil und Search Console und die Impressumsangaben. Fehlt etwas, verzögert sich der Start.
Unterlagen-Liste zum Abhaken
| Unterlage | Wofür | Woher |
|---|---|---|
| Logo als SVG oder PDF | scharf auf jeder Größe | von deinem Grafiker oder Druckdienstleister |
| Fotos in Originalgröße | Startseite, Leistungen, Referenzen | Handy, Fotograf, mit geklärten Rechten |
| Zugang zur Domain | Umzug oder Verbindung der neuen Seite | Vertrag bei deinem Anbieter |
| Google-Unternehmensprofil | gleiche Daten, Verlinkung | Verwaltungszugang für den Webdesigner |
| Search Console | Daten der alten Seite sichern | Zugang freigeben oder neu einrichten |
| Angaben fürs Impressum | Pflichtangaben nach § 5 DDG | Gewerbeanmeldung, Kammer, Register, USt-IdNr. |
Auch einfache Fotos sind nach § 72 UrhG geschützt, das Recht erlischt erst fünfzig Jahre nach dem Erscheinen. Gib nur Bilder weiter, die du selbst gemacht hast oder für die du schriftlich Nutzungsrechte hast. Mehr dazu in Bilder und Urheberrecht.
Wie formulierst du das Ziel der Website?
In einem Satz mit Zahl: welche Anfragen, von wem, aus welchem Gebiet. Zum Beispiel zwei Anfragen für Badsanierungen pro Woche im Umkreis von 30 Kilometern.
Ein gutes Ziel kann auch bei der Qualität der Anfragen ansetzen. Beim Event-DJ Alexander Stephan (DJ Weihrauch) fehlten früher genau die Infos, die er für ein Angebot braucht. Heute fragt das Formular alles ab, die Terminbuchung läuft automatisch. Im Interview sagt er, dass er eigentlich nur noch ja oder nein sagen muss.
Was solltest du lieber weglassen?
Lange Firmengeschichte, Fachbegriffe ohne Erklärung, Leistungen, die du nicht mehr willst, und Versprechen, die du nicht halten kannst. Ein Briefing sind Fakten, keine Werbebroschüre.
Die Firmengeschichte darf auf die Über-uns-Seite, aber nicht oberhalb deines Angebots. Und Leistungen, auf die du keine Lust mehr hast, gehören gar nicht erst auf die Website. Sonst bekommst du genau dafür Anfragen.
Mit dem fertigen Briefing kannst du in jedes Gespräch gehen. Welche Fragen du dort stellen solltest, steht in Den richtigen Webdesigner finden. Oder du bringst es direkt ins Erstgespräch mit: Dort klären wir, für welche Arbeit dich Kunden finden sollen, was deine jetzige Seite schon schafft und welche Schritte du wirklich brauchst.
Häufige Fragen
Ein bis zwei Seiten reichen. Stichpunkte sind völlig in Ordnung. Wichtig ist nicht die Länge, sondern dass konkrete Fakten drinstehen: Orte, Preise, Kundenfragen, Belege. Allgemeine Werbesprüche kannst du weglassen.
Ja. Viele Inhaber erzählen lieber, als zu schreiben. Ein guter Webdesigner arbeitet dann mit einem Fragenkatalog oder einem aufgezeichneten Gespräch und macht daraus das schriftliche Briefing. Du prüfst es anschließend nur noch.
Ja, im Briefing schon. Nur wer deine Preise kennt, kann einschätzen, welche Kunden zu dir passen und welche Einwände kommen. Ob Preise später auf der Seite stehen, entscheidest du getrennt davon.
Indirekt ja. KI-Suchen nennen Betriebe, deren Leistungen, Gebiet und Belege klar und eindeutig beschrieben sind. Genau diese Klarheit entsteht im Briefing und landet dann in den Texten deiner Website.
Ja, als Orientierung. Notier, was dir dort gefällt und was nicht, und warum. Kopieren solltest du nichts. Hilfreich ist auch, Seiten aus ganz anderen Branchen zu nennen, deren Stil dir zusagt.
Quellen
- Google Search Central: Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen, abgerufen am 04.11.2026
- § 72 UrhG, Lichtbilder, abgerufen am 04.11.2026
- § 5 DDG, Allgemeine Informationspflichten, abgerufen am 04.11.2026
- Armin Franz: Fallstudien (Kanzlei Webersberger, DJ Weihrauch), abgerufen am 04.11.2026