Den richtigen Webdesigner finden: 10 Fragen fürs erste Gespräch
Webdesigner finden ohne Fehlgriff: 10 Fragen fürs erste Gespräch, Warnsignale, Belege, die du verlangen solltest, und was vor der Unterschrift feststeht.
Den richtigen Webdesigner findest du, indem du im ersten Gespräch zehn Fragen stellst: nach echten Fallstudien mit Ergebnissen, nach dem Ziel der Seite, nach Texten, Fotos und Handy-Ansicht, nach Domain und Zugängen, Kosten, Betreuung und Ablauf. Wer Platz 1 garantiert oder nach Seitenzahl abrechnet, fällt raus.
In diesem Artikel
- Wie finde ich einen guten Webdesigner für meinen Betrieb?
- Wo finde ich Webdesigner, die Handwerksbetriebe verstehen?
- Welche Fragen solltest du im ersten Gespräch stellen?
- Woran erkennst du schlechte Angebote?
- Welche Belege solltest du verlangen?
- Freelancer oder Agentur: Wer passt zu einem kleinen Betrieb?
- Was solltest du vor dem Unterschreiben schriftlich haben?
- Wie bereitest du dich auf das Gespräch vor?
- Häufige Fragen
Wie finde ich einen guten Webdesigner für meinen Betrieb?
Frag nach Fallstudien mit Ergebnissen, nach Ablauf, Texten und Fotos und danach, wem Domain und Zugänge gehören. Wer klar antwortet, kommt in die engere Wahl.
Wenn du schon einmal Geld in eine Website gesteckt hast, die danach still im Netz lag, willst du beim nächsten Mal vorher wissen, woran du bist. Genau dafür ist das erste Gespräch da. Es ist kein Verkaufsgespräch, in dem du zuhörst. Du stellst die Fragen.
Die zehn Fragen unten nutze ich selbst als Maßstab. Leg sie neben jedes Gespräch und jedes Angebot, das du bekommst. Auch neben meins.
Wo finde ich Webdesigner, die Handwerksbetriebe verstehen?
Über Empfehlungen anderer Betriebe, gute Websites deiner Branche und Google mit deiner Region. Oft steht unten auf der Seite, wer sie gebaut hat.
- Empfehlungen: Frag Betriebe, deren Seite dir gefällt, wie zufrieden sie mit der Zusammenarbeit waren. Und ob die Seite Anfragen bringt.
- Fußbereich guter Seiten: Viele Webdesigner nennen sich dort mit Namen.
- Google mit Region: Suche nach Webdesign und deiner Stadt. Lies die Bewertungen, nicht nur die Sterne.
- Fallstudien-Seiten: Wer Ergebnisse vorweisen kann, zeigt sie meist offen.
Welche Fragen solltest du im ersten Gespräch stellen?
Zehn Fragen reichen: zu Ergebnissen, Ziel, Texten, Fotos, Handy, Auffindbarkeit, Eigentum, Kosten, Betreuung und dem, was du selbst beitragen musst.
Die 10 Fragen fürs erste Gespräch
- Kannst du mir eine Fallstudie zeigen? Gute Antwort: Ausgangslage, Vorgehen und Ergebnis mit Zahlen, dazu die echte Seite zum Anklicken.
- Welche Aufträge soll die Seite mir bringen? Gute Antwort: Gegenfragen zu deinen Wunschaufträgen, deiner Region und deinen besten Kunden.
- Wer schreibt die Texte? Gute Antwort: Texte sind Teil der Leistung. Ein Rabatt, wenn du selbst schreibst, ist ein Warnsignal.
- Woher kommen die Fotos? Gute Antwort: echte Bilder von dir und deiner Arbeit, mit einem Plan, wie sie entstehen.
- Wie sieht die Seite am Handy aus? Gute Antwort: Er zeigt dir Beispiele direkt auf dem Handy, nicht nur am großen Bildschirm.
- Welche Seiten planst du, damit ich gefunden werde? Gute Antwort: eine Seite pro Leistung, Titel und Beschreibung, Anbindung an Search Console und Google-Profil.
- Auf wen läuft die Domain, und bekomme ich alle Zugänge? Gute Antwort: Die Domain läuft auf dich, Zugänge bekommst du schriftlich.
- Was kostet es einmalig und laufend? Gute Antwort: eine feste Zahl im Angebot, keine Nachforderungen, laufende Kosten getrennt aufgeführt.
- Wer kümmert sich nach dem Start? Gute Antwort: ein fester Ansprechpartner und klare Preise für Änderungen.
- Wie läuft das Projekt ab, und was muss ich beitragen? Gute Antwort: feste Schritte, du weißt nach jedem Schritt, woran du bist.
Woran erkennst du schlechte Angebote?
An Ranking-Garantien, an Preisen nach Seitenzahl, an Referenzen ohne Ergebnisse und daran, dass niemand fragt, welche Aufträge du eigentlich willst.
Warnsignale
- Platz 1 garantiert: Google schreibt selbst, dass niemand eine Platzierung an erster Stelle garantieren kann.
- Es geht nur um Design: viel über Animationen, kein Wort zu Anfragen, Umsatz oder Bewerbern.
- Abrechnung nach Seitenzahl: Niemand fragt, wie viele Seiten bei dir überhaupt sinnvoll sind.
- Du sollst die Texte selbst schreiben: oft mit Rabatt als Köder.
- Schöne Referenzen, keine Ergebnisse: Bilder, aber keine Fallstudie.
- Kein Blick aufs Handy: Dort kommen die meisten Besucher an.
- Nach dem Start ist niemand mehr zuständig: keine Betreuung, kein Ansprechpartner.
- Erst bauen, dann endlose Korrekturschleifen: Du weißt nie, woran du bist.
Welche Belege solltest du verlangen?
Live-Seiten früherer Kunden, Fallstudien mit Zahlen, Google-Bewertungen und am besten ein kurzes Telefonat mit einem Bestandskunden. Schöne Bilder allein sind kein Beleg.
Ein Grundsatz aus meinem Wissensspeicher: Roher Beweis schlägt formulierte Referenz. Bewertungen auf einer fremden Plattform wiegen mehr als ein Zitat auf der eigenen Seite. Ein Video-Interview mit dem Inhaber wiegt mehr als ein Logo. Eine Zahl mit Herleitung wiegt mehr als „wir haben beim Wachsen geholfen“.
So sieht ein nachprüfbarer Beleg aus:
Freelancer oder Agentur: Wer passt zu einem kleinen Betrieb?
Für die meisten Betriebe eine kleine Agentur mit festem Ansprechpartner. Ein Freelancer passt für klar umrissene Aufgaben, große Agenturen bei großem Umfang. Wichtiger sind Belege und Ablauf.
Was du für welchen Betrag bekommst
| Preisklasse | Was du bekommst | Frag nach |
|---|---|---|
| unter 1.000 € | selbst gebaut aus Vorlage, digitale Visitenkarte | Wer kümmert sich danach? |
| 1.000 bis 3.000 € | Einsteiger-Paket, kann gut funktionieren | Sind Texte und Fotos für dich gemacht? |
| ab 3.000 € | maßgeschneidert, eigene Texte und Struktur | Welche Ergebnisse zeigen frühere Projekte? |
| 5.000 bis 20.000 € | klassische Agentur, viel Apparat | Wofür genau zahlst du den Aufschlag? |
Die Spannen sind meine eigene Einordnung von meiner Preisseite, keine Preise einzelner Anbieter. Was ein konkretes Projekt kostet, steht immer erst im schriftlichen Angebot.
Die ausführliche Abwägung steht in Freelancer oder Agentur. Was hinter den Preisklassen steckt, erkläre ich auf der Seite Was kostet eine Website.
Was solltest du vor dem Unterschreiben schriftlich haben?
Den Leistungsumfang, den Gesamtpreis, laufende Kosten, den Zeitplan, die Zahl der Korrekturrunden, wem Domain und Inhalte gehören, Laufzeit und Kündigung der Betreuung.
Bei der Domain lohnt ein zweiter Blick. Bei einer .de-Adresse ist bei der DENIC ein Domaininhaber eingetragen. Das solltest du sein, nicht dein Dienstleister. Nur dann kannst du später ohne Streit wechseln. Die Punkte im Detail stehen in Webdesign-Angebot prüfen und Website-Vertrag: Laufzeit und Kündigung.
Wie bereitest du dich auf das Gespräch vor?
Notier, welche Aufträge du mehr willst, wer deine besten Kunden sind, was deine jetzige Seite falsch macht und welches Budget realistisch ist. Zehn Minuten reichen.
Erstens: die drei Aufträge, von denen du mehr willst. Zweitens: die Frage, die Kunden dir am häufigsten stellen. Drittens: eine Website, die dir gefällt, und warum. Mehr Vorbereitung brauchst du nicht. Wer tiefer einsteigen will, nutzt die Vorlage aus Website-Briefing vorbereiten.
Wenn du die zehn Fragen gleich an mir ausprobieren willst: Im Erstgespräch klären wir, für welche Arbeit dich Kunden finden sollen, was deine jetzige Seite davon schon schafft und welche Schritte du wirklich brauchst. Passt es für uns beide, bekommst du ein Angebot mit fester Zahl. Sonst hast du trotzdem deinen Plan.
Häufige Fragen
Zwei bis drei reichen meist. Mehr Angebote machen die Entscheidung nicht leichter, weil sie sich oft schwer vergleichen lassen. Wichtiger ist, dass du jedem dieselben zehn Fragen stellst und die Antworten nebeneinanderlegst.
Nein. Ortskenntnis hilft bei lokalen Suchbegriffen, ist aber kein Muss. Vieles läuft per Telefon und Video. Ich arbeite von Oberfranken aus zum Beispiel auch für Betriebe in Detmold und Fürth.
Nicht automatisch. Es kommt darauf an, was drinsteckt: eigene Texte, echte Fotos, eine Seite pro Leistung und jemand, der sich danach kümmert. Fehlt das, zahlst du später oft doppelt.
Vorsichtig werden. Google schreibt in der eigenen Hilfe, dass niemand eine Platzierung an erster Stelle garantieren kann, und rät bei solchen Versprechen dazu, sich jemand anderen zu suchen.
Ja, und das solltest du sogar. Frag nach einem Ansprechpartner aus einem ähnlichen Betrieb. Frag dort, ob die Seite Anfragen bringt, ob Termine gehalten wurden und wie Änderungen nach dem Start laufen.
Quellen
- Google Search Central: Brauchst du einen SEO?, abgerufen am 04.11.2026
- Armin Franz: Was kostet eine Website (Preisklassen, sieben Warnsignale), abgerufen am 04.11.2026
- Armin Franz: Fallstudien (Nathalie Ries GmbH), abgerufen am 04.11.2026
- DENIC: FAQ für Domaininhaber, abgerufen am 04.11.2026