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Kosten und Angebot

Webdesign-Angebot prüfen: 12 Punkte, bevor du unterschreibst

Webdesign-Angebot prüfen in 10 Minuten: 12 Punkte, 7 Warnsignale und die Fragen, die zeigen, ob die neue Seite später wirklich Anfragen bringt.

Armin FranzAktualisiert am 8 Min. Lesezeit
Armin Franz arbeitet konzentriert am Laptop an seinem Schreibtisch im Büro
Kurz gesagt

Prüf jedes Webdesign-Angebot auf zwölf Punkte: Ziel, Umfang, Texte, Fotos, Festpreis, laufende Kosten, Domain-Inhaber, Nutzungsrechte, Laufzeit, Abnahme, Betreuung und Belege. Fehlt etwas davon schriftlich, frag nach, bevor du unterschreibst. Rechne außerdem jedes Angebot auf drei Jahre hoch, sonst vergleichst du nur Werbepreise.

In diesem Artikel
  1. Woran erkennst du ein gutes Webdesign-Angebot?
  2. Welche Warnsignale gibt es in Webdesign-Angeboten?
  3. Was muss zu den Kosten im Angebot stehen?
  4. Wer muss sich um Texte und Fotos kümmern?
  5. Wem gehören Domain und Website nach dem Projekt?
  6. Was gehört zur Betreuung nach dem Start?
  7. Wie vergleichst du zwei Webdesign-Angebote fair?
  8. Welche Fragen solltest du im ersten Gespräch stellen?
  9. Häufige Fragen

Woran erkennst du ein gutes Webdesign-Angebot?

Ein gutes Angebot nennt Ziel, Umfang, Festpreis und laufende Kosten schriftlich. Es klärt Texte, Fotos, Domain-Inhaber und die Betreuung danach.

Die 12 Punkte für jedes Angebot

  1. Ziel: Steht drin, was die Seite erreichen soll? Mehr Anfragen, Bewerber, weniger Telefonate.
  2. Umfang: Welche Seiten, welche Funktionen, wie viele Korrekturrunden.
  3. Texte: Wer schreibt sie? Wenn du es selbst machen sollst, ist das ein Warnsignal.
  4. Fotos: Eigene Fotos, Shooting oder Bilder aus dem Katalog?
  5. Festpreis: Eine Summe, schriftlich. Keine offene Abrechnung nach Stunden ohne Obergrenze.
  6. Laufende Kosten: Hosting, Domain, Wartung, Lizenzen. Was kostet es ab dem zweiten Jahr?
  7. Domain-Inhaber: Du, nicht die Agentur.
  8. Nutzungsrechte: Darfst du die Seite nach dem Projekt dauerhaft nutzen und ändern lassen?
  9. Laufzeit und Kündigung: Mindestlaufzeit, automatische Verlängerung, Kündigungsfrist.
  10. Abnahme: Wann gilt die Seite als fertig, und was passiert bei Mängeln?
  11. Betreuung: Wer ist nach dem Start erreichbar, und was kostet eine Änderung?
  12. Belege: Fallstudien mit Ausgangslage, Vorgehen und Ergebnis, nicht nur hübsche Bilder.

Leg diese Liste neben jedes Angebot, das du bekommst. Auch neben meins. Alles, was nicht schriftlich drinsteht, gibt es später im Zweifel nicht oder nur gegen Aufpreis.

Welche Warnsignale gibt es in Webdesign-Angeboten?

Wenn es nur um Design geht, nach Seitenzahl abgerechnet wird, du die Texte schreiben sollst oder nach dem Start niemand mehr zuständig ist.

Sieben Warnsignale

  • Nur Design, nie Ergebnisse: Viel über Animationen, kein Wort dazu, wie daraus Anfragen werden.
  • Abrechnung nach Seitenzahl: Niemand fragt, wie viele Seiten bei dir überhaupt sinnvoll sind.
  • Texte selbst schreiben, mit Rabatt als Köder: Du steckst zu tief im Tagesgeschäft, um zu wissen, was Interessenten hören müssen.
  • Schöne Referenzen, keine Ergebnisse: Keine einzige Fallstudie mit Ausgangslage und Ergebnis.
  • Kein Blick aufs Handy: Dort kommen die meisten Besucher an.
  • Nach dem Start endet die Zuständigkeit: Kein Ansprechpartner, wenn sich etwas ändern soll.
  • Wir machen mal, du schaust dann: Erst wird vorgebaut, dann folgen endlose Korrekturschleifen.

Trifft nur eines davon zu, wird die Seite vielleicht hübsch. Bringen wird sie wenig. Die ausführliche Einordnung zu diesen Signalen steht auf meiner Seite Was kostet eine Website?.

Was muss zu den Kosten im Angebot stehen?

Ein Festpreis für die Erstellung, alle laufenden Kosten pro Monat oder Jahr und der Preis für spätere Änderungen. Nachforderungen sollten ausgeschlossen sein.

Viele Angebote zeigen nur den Einmalpreis. Die laufenden Kosten stehen im Kleingedruckten oder fehlen ganz. Sellwerk nennt als Netto-Richtwerte für laufende Kosten 20 bis 60 € im Monat beim Freelancer und 40 bis 120 € bei einer kleinen Agentur. Für Änderungen nach Aufwand nennt der Ratgeber Stundensätze von 60 bis 120 € beim Freelancer und 80 bis 150 € bei Agenturen.

Preisstand: 4. November 2026

Die Richtwerte stammen aus dem Sellwerk-Ratgeber vom 17.08.2026, abgerufen am 4. November 2026. Sellwerk verkauft selbst Websites, die Zahlen sind eine Orientierung, keine Statistik.

Rechne jedes Angebot auf drei Jahre hoch: Einmalpreis plus 36 Monate laufende Kosten. Erst dann sind zwei Angebote vergleichbar. Welche Posten laufend anfallen, steht in Welche laufenden Kosten hat eine Website im Monat?.

Wer muss sich um Texte und Fotos kümmern?

Im Idealfall der Webdesigner, mit deiner Hilfe. Texte und Fotos entscheiden, ob Besucher anfragen. Wenn das Angebot sie dir überlässt, fehlt der wichtigste Teil.

Ein Rabatt dafür, dass du die Texte selbst schreibst, klingt fair. In Wahrheit verschiebt er die schwerste Arbeit zu dir. Gute Texte kennen die Einwände deiner Kunden und beantworten sie, bevor jemand anruft. Was Texter kosten, steht in Website-Texte schreiben lassen, was Fotos kosten in Was kostet ein Fotograf für die Firmenwebsite?.

Wem gehören Domain und Website nach dem Projekt?

Die Domain sollte von Anfang an auf dich laufen. Für die Website brauchst du schriftlich geregelte Nutzungsrechte, damit du sie später ändern oder umziehen kannst.

Nach § 31 UrhG kann ein Urheber Nutzungsrechte einräumen, auch zeitlich oder inhaltlich begrenzt. Steht im Vertrag nichts Genaues, richtet sich der Umfang nach dem Vertragszweck. Das führt im Streitfall zu Diskussionen. Lass dir deshalb schriftlich geben, dass du die Seite dauerhaft nutzen und bearbeiten lassen darfst.

Mehr dazu, was bei Laufzeit, Kündigung und Herausgabe gilt, steht in Website-Vertrag: Laufzeit, Kündigung und wem die Seite gehört.

Was gehört zur Betreuung nach dem Start?

Technische Updates, Backups, kleine Änderungen und ein erreichbarer Ansprechpartner. Im Angebot sollte stehen, was davon enthalten ist und was extra kostet.

Eine Seite, die nie wieder angefasst wird, verliert an Wert. Neue Leistungen, neue Fotos, neue Stellen: Das alles muss irgendwann rein. Frag deshalb vorher, wie schnell Änderungen umgesetzt werden und was sie kosten. Mehr dazu in Website-Wartung: Was kostet sie und brauchst du sie?.

Wie vergleichst du zwei Webdesign-Angebote fair?

Rechne beide auf drei Jahre hoch, prüf dieselben zwölf Punkte und frag nach Belegen. Das billigere Angebot ist oft das, in dem mehr fehlt.

Gute und schlechte Antworten im Vergleich

Gute und schlechte Antworten im Vergleich
Frage an den AnbieterGute AntwortSchlechte Antwort
Was soll die Seite für mich erreichen?Konkretes Ziel, zum Beispiel mehr Anfragen für Bad-Sanierung im UmkreisSie soll modern aussehen
Wer schreibt die Texte?Ich, mit deinen Antworten aus einem FragebogenDu kennst deinen Betrieb am besten
Was kostet es ab Jahr zwei?Feste Summe pro Monat, schriftlichDas sehen wir dann
Auf wen läuft die Domain?Auf dichAuf uns, das ist einfacher
Kannst du ein Ergebnis zeigen?Fallstudie mit Zahlen vorher und nachherSchau dir unser Portfolio an

So sieht ein Beleg aus: Ausgangslage, Vorgehen, Ergebnis, mit Zahlen. Frag jeden Anbieter nach mindestens einer solchen Fallstudie.

Welche Fragen solltest du im ersten Gespräch stellen?

Frag nach Ziel, Zeitplan, deinem Aufwand, Belegen und den Kosten ab dem zweiten Jahr. Wer darauf klar antwortet, hat meist auch ein klares Angebot.

So gehst du das Gespräch an

  1. Ziel nennen

    Sag, welche Aufträge du mehr willst und in welchem Umkreis.

  2. Aufwand klären

    Wie viele Stunden musst du selbst einplanen, und wofür?

  3. Zeitplan festhalten

    Wann ist die Seite online? Bei mir dauert ein Onepager typischerweise vier bis sechs Wochen, eine Seite mit Unterseiten sechs bis zehn.

  4. Belege verlangen

    Mindestens eine Fallstudie mit Zahlen.

  5. Angebot schriftlich anfordern

    Und erst dann mit den zwölf Punkten prüfen.

Weitere Fragen für das erste Treffen findest du in Den richtigen Webdesigner finden: 10 Fragen fürs erste Gespräch.

Häufige Fragen

Armin Franz sitzt lächelnd an einem Holztisch vor einem hellen Sprossenfenster

Armin Franz

Webdesigner für Handwerksbetriebe in Bayern

Ich baue Websites für Handwerksbetriebe und sorge dafür, dass sie bei Google und in KI-Suchen gefunden werden. In diesem Ratgeber schreibe ich auf, was ich aus Kundengesprächen und eigenen Projekten weiß.

Mehr über mich

Quellen

  1. Armin Franz: Was kostet eine Website? (sieben Warnsignale), abgerufen am 04.11.2026
  2. Armin Franz: Fallstudien, abgerufen am 04.11.2026
  3. Sellwerk: Was kostet eine Website für KMU?, Stand 17.08.2026, abgerufen am 04.11.2026
  4. § 31 UrhG, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 04.11.2026
  5. § 640 BGB, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 04.11.2026
  6. § 641 BGB, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 04.11.2026