Lohnt sich eine Website? Ab wann sie sich bezahlt macht
Lohnt sich eine Website für deinen Betrieb? Transparente Beispielrechnung mit Auftragswert, Marge und gesparter Zeit zum Nachrechnen mit eigenen Zahlen.
Eine Website hat sich bezahlt gemacht, wenn der Deckungsbeitrag zusätzlicher Aufträge plus gesparte Arbeitszeit ihre Kosten übersteigt. Bei 3.440 € Kosten über drei Jahre und 750 € Deckungsbeitrag pro Auftrag reichen fünf zusätzliche Aufträge. Weniger Telefonate und Online-Termine zählen zusätzlich, werden aber oft vergessen.
In diesem Artikel
Ab wann hat sich eine Website bezahlt gemacht?
Sobald der Deckungsbeitrag der zusätzlichen Aufträge plus gesparte Arbeitszeit die Kosten übersteigt. Bei Aufträgen von einigen tausend Euro reichen dafür oft zwei bis fünf Aufträge.
Die Frage ist berechtigt. Du gibst ein paar tausend Euro aus und willst wissen, wann das Geld zurück ist. Die Antwort hängt an drei Zahlen, die nur du kennst: was ein Auftrag dir bringt, wie viele Anfragen zum Auftrag werden und wie viel Zeit die Seite dir abnimmt. Die Rechnung unten ist ein Beispiel mit Annahmen, deine eigenen Zahlen setzt du danach selbst ein.
Wie rechnest du aus, ob sich deine Website lohnt?
Teil die Kosten der Website durch den Deckungsbeitrag eines durchschnittlichen Auftrags. Das Ergebnis ist die Zahl der zusätzlichen Aufträge, ab der sich die Seite trägt.
Die Rechnung in vier Schritten
- Kosten über drei Jahre
Einmalpreis plus 36 Monate laufende Kosten. Beispiel: 2.000 € plus 36 mal 40 € sind 3.440 €.
- Deckungsbeitrag pro Auftrag
Auftragswert minus Material und direkte Kosten. Nimm deine echten Zahlen aus der Buchhaltung.
- Break-even berechnen
Kosten geteilt durch Deckungsbeitrag ergibt die nötige Zahl zusätzlicher Aufträge.
- Gegen die Realität halten
Ist diese Zahl in drei Jahren realistisch, wenn du weißt, wie viele Anfragen zum Auftrag werden?
Beispielrechnung: Wie viele Aufträge braucht es?
| Durchschnittlicher Auftrag | Annahme Deckungsbeitrag 30 % | Nötige Aufträge für 3.440 € | Pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 500 € | 150 € | 23 | etwa 8 |
| 2.500 € | 750 € | 5 | etwa 2 |
| 10.000 € | 3.000 € | 2 | unter 1 |
Das Muster ist klar: Je größer deine Aufträge, desto schneller rechnet sich die Seite. Ein Dachdecker oder Fensterbauer braucht oft nur einen oder zwei zusätzliche Aufträge. Ein Betrieb mit vielen kleinen Reparaturen braucht mehr Anfragen, oder er rechnet die gesparte Zeit mit ein.
Gibt es ein Rechenbeispiel aus einer anderen Quelle?
Ja. Sellwerk rechnet für einen Handwerksbetrieb vor: 6.000 € Website, drei zusätzliche Aufträge zu je 2.500 € im Jahr, damit im ersten Jahr gedeckt.
Sellwerk verkauft selbst Websites, das Beispiel ist also nicht neutral gemeint. Es zeigt aber dieselbe Logik. Wichtig: Sellwerk rechnet mit dem Auftragswert, nicht mit dem Deckungsbeitrag. Wer seine Marge abzieht, braucht entsprechend mehr Aufträge. Die vollständigen Kosten einer Handwerker-Website stehen in Was kostet eine Website für Handwerker wirklich?.
Die Richtwerte von Sellwerk stammen aus dem Ratgeber vom 17.08.2026, abgerufen am 4. November 2026. Die Preisklassen stammen von meiner Preisseite. Alle Beispielrechnungen in diesem Artikel beruhen auf Annahmen.
Zählt gesparte Arbeitszeit auch als Gewinn?
Ja, und sie wird oft vergessen. Weniger Telefonate, vollständige Anfragen und Online-Terminbuchung sparen jede Woche Stunden, die du auf der Baustelle verdienst.
Beispielrechnung: Was gesparte Zeit wert ist
| Posten | Annahme | Ergebnis |
|---|---|---|
| Telefonate pro Woche, die wegfallen | 10 | |
| Minuten pro Telefonat | 5 | 50 Minuten pro Woche |
| Arbeitswochen pro Jahr | 46 | rund 38 Stunden im Jahr |
| Wert einer Stunde für dich | 60 € | rund 2.300 € im Jahr |
„So, ich hab keine Telefonate mehr. So, die Leute buchen sich Termine, ich bekomm eine WhatsApp-Benachrichtigung.“
Wie Terminbuchung im Handwerk konkret funktioniert, steht in Online-Terminbuchung für Handwerker.
Warum bringt manche Website gar nichts?
Weil niemand festgelegt hat, welche Aufträge sie bringen soll. Ohne Leistungsseiten, echte Fotos, gute Texte und klaren nächsten Schritt bleibt sie eine Visitenkarte.
Typische Gründe
- Kein Ziel: Die Seite zeigt alles und nichts.
- Wird nicht gefunden: Keine eigenen Seiten für die Leistungen, die Kunden suchen.
- Kein Vertrauen: Keine echten Fotos, keine Referenzen, keine Gesichter.
- Kein nächster Schritt: Telefonnummer versteckt, Formular mit zwölf Pflichtfeldern.
- Nicht am Handy getestet: Dort suchen heute viele Kunden.
Was ein klarer Aufbau bewirken kann, zeigt eine Anmeldeseite aus meinen Projekten: Nach dem Neuaufbau stieg die Quote bei der Nathalie Ries GmbH von 8,11 % auf 23,45 %. Pro Besucher meldeten sich also fast dreimal so viele an.
Wie misst du, ob deine Website Aufträge bringt?
Frag jeden Neukunden, wie er dich gefunden hat, und schreib es auf. Dazu zählst du Formular-Anfragen und schaust in die Search Console.
Messen ohne Technik-Studium
- Jeden Neukunden fragen
Wie bist du auf uns gekommen? Eine Strichliste reicht.
- Anfragen zählen
Formular, Anrufe über die Website, WhatsApp. Einmal im Monat zusammenzählen.
- Search Console prüfen
Wie oft wurde deine Seite in der Google-Suche gezeigt und geklickt?
- Einmal im Jahr rechnen
Aufträge über die Website mal Deckungsbeitrag, gegen die Kosten gestellt.
Welche fünf Zahlen dafür reichen, steht in Erfolg der Website messen: Diese 5 Zahlen reichen. Und wenn du überlegst, ob Anzeigen schneller zum Ziel führen, lies Google Ads für Handwerker: Was kostet ein Klick?. Wie eine Anzeige in der Lokalzeitung dagegen abschneidet, steht in Anzeige in der Lokalzeitung oder online werben. Woraus sich der Preis bei mir zusammensetzt und was du für welchen Betrag bekommst, zeige ich offen auf Was kostet eine Website?.
Häufige Fragen
Das hängt davon ab, wie Kunden dich finden. Wer dich schon kennt und deine Seite direkt aufruft, fragt sofort an. Über die Google-Suche dauert es meist länger, weil die Seite erst gefunden und eingeordnet werden muss.
Oft ja, nur aus einem anderen Grund. Dann geht es um die richtigen Aufträge, um Bewerber und um weniger Zeit am Telefon. Auch eine volle Auftragslage kann von besseren Anfragen profitieren.
Frag deinen Steuerberater oder schau in die Nachkalkulation einiger typischer Aufträge. Eine grobe Schätzung reicht für den Anfang. Wichtig ist, dass du nicht mit dem Umsatz rechnest, sondern mit dem, was nach Material übrig bleibt.
Ja. Wenn eine Stelle über die Website besetzt wird, sparst du Anzeigenkosten und Zeit. Rechne dafür ein, was dich eine Stellenanzeige auf einem Jobportal sonst kosten würde.
Quellen
- Sellwerk: Was kostet eine Website für KMU?, Stand 17.08.2026, abgerufen am 04.11.2026
- Armin Franz: Was kostet eine Website?, abgerufen am 04.11.2026
- Armin Franz: Fallstudien, abgerufen am 04.11.2026