Website oder Social Media: Was bringt Handwerkern mehr Kunden?
Instagram kostet Zeit, die Website bringt Anfragen? Ein ehrlicher Vergleich für Handwerker mit Zahlen, Praxisfall und Plan, wie beides zusammenspielt.
Für Aufträge bringt Handwerkern meist die eigene Website mehr, weil Kunden mit konkretem Bedarf bei Google und in KI-Suchen nach einer Leistung suchen. Social Media zeigt, wer du bist, und hilft vor allem bei Bekanntheit und Mitarbeitersuche. Am besten arbeiten beide zusammen: Beiträge führen auf die Website, dort fällt die Anfrage.
In diesem Artikel
- Website oder Social Media: Was bringt Handwerkern mehr Aufträge?
- Wie viele Menschen erreichst du über Instagram und Facebook?
- Gehört dir dein Instagram-Konto eigentlich?
- Wofür ist Social Media im Handwerk wirklich gut?
- Reicht eine Facebook-Seite statt einer eigenen Website?
- Wie arbeiten Website und Social Media zusammen?
- Wie viel Zeit solltest du für Social Media einplanen?
- Häufige Fragen
Website oder Social Media: Was bringt Handwerkern mehr Aufträge?
Für Aufträge meist die Website, weil Kunden mit konkretem Bedarf bei Google suchen. Social Media erreicht Leute, die gerade nicht suchen, und baut Bekanntheit auf.
Wenn du abends nach Feierabend noch Beiträge für Instagram baust und am Monatsende keine einzige Anfrage daraus zählen kannst, bist du nicht allein. Dass Facebook und Instagram viel Zeit kosten und kaum etwas bringen, höre ich von Inhabern immer wieder.
Der Grund ist simpel: Auf Google suchen Menschen, auf Instagram scrollen sie. Wer „Dachrinne reparieren Bayreuth“ tippt, hat jetzt ein Problem und will jemanden beauftragen. Wer durch seinen Feed wischt, will unterhalten werden. Beides ist wertvoll, aber für verschiedene Aufgaben.
Wie viele Menschen erreichst du über Instagram und Facebook?
Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 erreicht Instagram pro Woche 40 Prozent der Menschen ab 14, Facebook 31 Prozent. Reichweite ist noch keine Anfrage.
Die Zahlen klingen groß. Die Frage ist aber, wie viele dieser Menschen in deinem Einzugsgebiet wohnen, gerade einen Auftrag zu vergeben haben und deinen Beitrag überhaupt sehen. Was eine Plattform wem anzeigt, entscheidet ihr Algorithmus, nicht du.
Website und Social Media im direkten Vergleich
| Kriterium | Eigene Website | Social Media |
|---|---|---|
| Wer dich findet | Menschen mit konkretem Bedarf über Google und KI-Suchen | Menschen beim Scrollen, meist ohne akuten Bedarf |
| Wem es gehört | dir: Domain, Texte, Fotos | der Plattform, du nutzt sie nach ihren Regeln |
| Lebensdauer eines Inhalts | Jahre, eine gute Leistungsseite arbeitet dauerhaft | kurz, der Feed läuft weiter |
| Laufender Aufwand | wenig, nach dem Aufbau vor allem pflegen | regelmäßig posten, kommentieren, antworten |
| Anfragen | strukturiert über Formular, Termin oder Anruf | Nachrichten ohne die Infos, die du brauchst |
| Messbar | Impressionen, Klicks, Anfragen | Likes und Reichweite, Anfragen schwer zuzuordnen |
| Stärke | Aufträge und Vertrauen | Bekanntheit, Einblicke, Mitarbeitersuche |
Gehört dir dein Instagram-Konto eigentlich?
Nicht so wie deine Website. Du nutzt eine fremde Plattform nach deren Regeln, Meta kann Konten deaktivieren. Deine Domain ist dagegen auf dich registriert.
Meta beschreibt im eigenen Transparency Center, wann Konten auf Facebook und Instagram deaktiviert werden. Wer seinen ganzen Auftritt dort aufbaut, steht im schlimmsten Fall von heute auf morgen ohne Kontakte da.
Bei einer .de-Domain bist du als Domaininhaber bei der DENIC eingetragen. Wechselst du den Anbieter, ziehst du die Domain mit. Achte nur darauf, dass wirklich du als Inhaber eingetragen bist und nicht deine Agentur.
Wofür ist Social Media im Handwerk wirklich gut?
Für Bekanntheit in der Region, Einblicke in die echte Arbeit, Vertrauen durch Gesichter und ganz besonders für die Suche nach Mitarbeitern und Azubis.
- Mitarbeiter gewinnen: Leute, die gar nicht aktiv suchen, sehen, wie es bei dir zugeht. Mehr dazu in Social Recruiting im Handwerk.
- Gesicht zeigen: Kunden kaufen bei Menschen. Ein kurzes Handyvideo von der Baustelle wirkt oft stärker als ein Hochglanzfoto.
- Wiedererkennung: Wer dich regelmäßig sieht, denkt bei Bedarf eher an dich.
- Bestandskunden halten: Empfehlungen entstehen leichter, wenn Kunden deine Arbeit teilen können.
Reicht eine Facebook-Seite statt einer eigenen Website?
Für eine Visitenkarte vielleicht, für planbare Anfragen selten. Eine Facebook-Seite ist nicht dafür gebaut, bei Suchen nach einzelnen Leistungen gefunden zu werden.
Dazu kommt ein zweiter Punkt, der immer wichtiger wird: KI-Suchen wie ChatGPT, Perplexity oder die KI-Übersicht bei Google holen ihre Antworten aus Websites, die eine Frage klar beantworten. Ein Feed mit Fotos und kurzen Texten liefert dafür wenig Stoff.
Wie arbeiten Website und Social Media zusammen?
Social Media weckt Aufmerksamkeit und zeigt den Alltag, die Website beantwortet Fragen und nimmt die Anfrage an. Jeder gute Beitrag führt auf eine passende Seite.
Aus einem Projekt drei Inhalte machen
- Fotografieren
Vorher, während, nachher. Mit dem Handy, bei Tageslicht, immer aus demselben Winkel.
- Auf die Website
Das Projekt als Referenz auf die passende Leistungsseite, mit Ort, Aufgabe und Ergebnis in drei Sätzen.
- Ins Google-Profil
Zwei Fotos ins Unternehmensprofil. Dort suchen Leute mit akutem Bedarf.
- Auf Social Media
Ein Vorher-Nachher-Beitrag mit Link auf die Referenz. So wird aus Aufmerksamkeit eine Anfrage.
Wie du solche Bilder gut machst, steht in Vorher-Nachher-Bilder. Und warum das Google-Profil oft der günstigste Hebel überhaupt ist, liest du in Google-Unternehmensprofil optimieren. Ob neben Social Media auch die Lokalzeitung etwas bringt, steht in Zeitungsanzeige oder Online-Werbung.
Wie viel Zeit solltest du für Social Media einplanen?
So viel, wie du dauerhaft durchhältst. Ein echter Beitrag pro Woche aus deiner Arbeit bringt mehr als ein Monat Dauerposten und danach monatelange Funkstille.
Schreib einen Monat lang auf, wie viele Stunden du in Beiträge steckst. Und frag jeden neuen Kunden: Wie bist du auf uns gekommen? Nach vier Wochen weißt du, wo sich deine Zeit lohnt. Welche Zahlen dafür reichen, steht in Erfolg der Website messen.
Du willst wissen, ob bei dir zuerst die Website, das Google-Profil oder Social Media dran ist? Im Erstgespräch schauen wir auf deinen Betrieb und klären, für welche Arbeit dich Kunden finden sollen und welcher Kanal dafür zuerst zählt.
Häufige Fragen
Für Aufträge selten die erste Wahl, für die Suche nach Azubis eher. Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 erreicht TikTok 20 Prozent der Menschen ab 14. Wer dort Jüngere ansprechen will, braucht kurze, echte Videos aus dem Alltag.
Für Aufträge fast immer das Google-Unternehmensprofil. Es erscheint genau dann, wenn jemand nach deiner Leistung in der Nähe sucht, und es kostet nichts außer etwas Pflege. Instagram kommt danach.
Das kann sich lohnen, wenn du ein klares Angebot und eine passende Zielseite hast, etwa für Stellenanzeigen. Ohne Zielseite und ohne Zählung der Anfragen ist es schwer zu sagen, ob sich das Geld rechnet.
Meist nicht als automatischen Feed. Solche Einbindungen laden Inhalte von fremden Servern, bremsen die Seite und werfen Datenschutzfragen auf. Besser: die besten Fotos als echte Referenzen auf die Website stellen.
Ja. Viele Betriebe bekommen ihre Aufträge über Empfehlungen, Google und eine gute Website. Social Media ist ein Zusatz, kein Muss. Wenn dir die Zeit fehlt, konzentrier dich lieber auf Website und Google-Profil.
Quellen
- OnlineMarketing.de: ARD/ZDF-Medienstudie 2025 (Reichweiten Instagram, Facebook, TikTok), 01.10.2025, abgerufen am 04.11.2026
- ARD/ZDF-Medienstudie, abgerufen am 04.11.2026
- Meta Transparency Center: Deaktivierung von Konten, abgerufen am 04.11.2026
- DENIC: FAQ für Domaininhaber, abgerufen am 04.11.2026
- Armin Franz: Fallstudien (Kanzlei Webersberger), abgerufen am 04.11.2026