Vorher-Nachher-Bilder: Die stärkste Werbung für Handwerker
Vorher-Nachher-Bilder richtig aufnehmen und zeigen: gleiche Position, Schieberegler, Einwilligung des Kunden. Mit Fall eines Lackierers und Checkliste.
Vorher-Nachher-Bilder zeigen, was du kannst, statt es zu behaupten. Damit sie wirken, nimmst du beide Bilder aus derselben Position und im gleichen Licht auf, zeigst sie nebeneinander oder mit Schieberegler und erzählst in zwei Sätzen, was gemacht wurde. Sind Personen, Hausnummern oder Kennzeichen erkennbar, fragst du den Kunden vorher.
In diesem Artikel
- Warum wirken Vorher-Nachher-Bilder so stark?
- Für welche Handwerker lohnen sich Vorher-Nachher-Bilder?
- Wie fotografierst du Vorher-Nachher-Bilder richtig?
- Wie zeigst du Vorher-Nachher-Bilder auf der Website?
- Brauchst du die Einwilligung des Kunden für Vorher-Nachher-Bilder?
- Was gehört zu jedem Vorher-Nachher-Bild dazu?
- Häufige Fragen
Warum wirken Vorher-Nachher-Bilder so stark?
Weil sie die Veränderung zeigen, statt sie zu behaupten. Der Kunde sieht in Sekunden, was du aus einem Zustand machst, den er selbst hat.
Jeder Betrieb schreibt saubere Arbeit auf seine Seite. Nur ein Bildpaar beweist es. Ein verkratzter Kotflügel links, ein glänzender rechts: Das versteht jeder, ohne einen Satz zu lesen.
Für skeptische Kunden ist das Gold. Je mehr jemand vor der Entscheidung sehen kann, desto ruhiger wird er. Ein Vorher-Nachher-Paar ist roher Beweis, und roher Beweis schlägt jede formulierte Referenz. Ich zeige auf meiner eigenen Fallstudienseite deshalb bei mehreren Kunden die alte und die neue Seite nebeneinander.
Für welche Handwerker lohnen sich Vorher-Nachher-Bilder?
Für jedes Gewerk, bei dem man das Ergebnis sieht. Besonders stark sind sie bei Lackierern, Malern, Fliesenlegern, Dachdeckern, Gartenbauern, Reinigern und Restauratoren.
Wo Bildpaare am meisten bringen
- Lackierer und Karosseriebau: Kratzer, Delle, Rost gegen glänzende Fläche.
- Maler: Vergilbte Wand, Fassade mit Rissen gegen frische Farbe.
- Fliesenleger und Badsanierer: Altes Bad in Beige gegen neues Bad.
- Dachdecker: Moosiges, undichtes Dach gegen neue Eindeckung.
- Garten- und Landschaftsbau: Verwilderte Fläche gegen fertigen Garten.
- Tischler und Raumausstatter: Abgewetzter Stuhl gegen neu bezogenes Möbel.
Auch bei Elektrikern oder Heizungsbauern gibt es Motive: der alte Sicherungskasten gegen den neuen Verteiler, der verrostete Kessel gegen die Wärmepumpe. Wie das für Lackierer im Detail aussieht, steht in Website für Lackierer und Karosseriebetriebe. Wie Maler und Gartenbauer ihre Bildpaare einsetzen, steht in Website für Maler und Website für Garten- und Landschaftsbau.
Wie fotografierst du Vorher-Nachher-Bilder richtig?
Beide Bilder aus exakt derselben Position, mit gleichem Ausschnitt und ähnlichem Licht. Nur dann sieht der Betrachter die Arbeit und nicht den Unterschied der Fotos.
So entstehen saubere Bildpaare
- Standort markieren
Ein Stück Klebeband auf den Boden, wo du stehst. Oder ein Foto von deinem Standort machen.
- Höhe merken
Handy auf Brust- oder Augenhöhe. Beim Nachher-Bild genau gleich.
- Ausschnitt festhalten
Raster in der Kamera einschalten und merken, wo Türrahmen oder Fensterkante liegen.
- Licht vergleichbar halten
Ähnliche Tageszeit, gleiche Lampen an oder aus. Sonst sieht das Nachher nur wegen des Lichts besser aus.
- Vorher wirklich vorher
Das erste Foto vor dem ersten Handgriff. Nicht erst, wenn schon abgeklebt ist.
- Zwischenschritte mitnehmen
Zwei, drei Fotos während der Arbeit zeigen, wie viel drinsteckt.
Leg dir für jeden Auftrag eine Notiz im Handy an: Standort, Höhe, Uhrzeit. Am Ende öffnest du das Vorher-Bild halb durchsichtig auf dem Bildschirm, falls deine Kamera-App eine Überlagerung bietet, oder du hältst es auf einem zweiten Gerät daneben.
Wie du grundsätzlich gute Fotos mit dem Handy machst, steht in Fotos für die Website mit dem Handy.
Wie zeigst du Vorher-Nachher-Bilder auf der Website?
Mit einem Schieberegler, den Besucher selbst bewegen, oder mit zwei Bildern nebeneinander. Auf dem Handy funktionieren übereinander gestapelte Bilder oft besser als nebeneinander.
Drei Darstellungen im Vergleich
| Darstellung | Stärke | Achte darauf |
|---|---|---|
| Schieberegler | Besucher spielen damit und bleiben länger | Muss mit dem Daumen bedienbar sein und ohne Maus funktionieren |
| Nebeneinander | Auf dem Rechner sofort verständlich | Auf dem Handy werden die Bilder winzig |
| Übereinander | Auf dem Handy groß und klar | Beschriftung vorher und nachher gut sichtbar |
Wichtig bei jedem Schieberegler: Beide Bilder exakt gleich groß und gleich beschnitten. Und beide bekommen einen eigenen Alternativtext, zum Beispiel Badezimmer vor der Sanierung mit beigen Fliesen. Google nennt den Alternativtext die wichtigste Angabe, um ein Bild zu verstehen.
Brauchst du die Einwilligung des Kunden für Vorher-Nachher-Bilder?
Wenn Personen erkennbar sind, ja. Aber auch sonst fragst du besser vorher. Ein Haus, ein Auto oder eine Wohnung gehört zum Privatleben deines Kunden.
Nach § 22 Kunsturhebergesetz dürfen Bilder von Personen grundsätzlich nur mit Einwilligung verbreitet werden. Frag deine Kunden schon im Angebot, ob du Fotos für die Website machen darfst, und lass es dir schriftlich bestätigen. Mach Kennzeichen, Hausnummern und Namen an Klingeln unkenntlich. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung. Mehr dazu in Fotos von Kunden und Mitarbeitern zeigen.
Frag früh, am besten schon bei der Auftragsbestätigung. Das wirkt offen und nicht wie ein Überfall nach der Abnahme. Und viele Kunden freuen sich, wenn ihr Projekt gezeigt wird.
Was gehört zu jedem Vorher-Nachher-Bild dazu?
Zwei, drei Sätze Geschichte: wo, welches Problem, was du gemacht hast und wie lange es dauerte. Das macht aus einem Bild einen Beleg.
Beispiel für eine Bildunterschrift
- Ort: Einfamilienhaus in Kulmbach. Das zeigt, dass du in der Gegend arbeitest.
- Ausgangslage: Bad von 1985, Fugen undicht, Wanne statt Dusche.
- Was gemacht wurde: Bodengleiche Dusche, neue Fliesen, neue Leitungen.
- Dauer: 15 Arbeitstage, Familie hat im Haus gewohnt.
- Optional: Ein Satz vom Kunden, wenn er zustimmt.
So wird aus jedem Bildpaar eine kleine Fallstudie. Wie du daraus eine ganze Referenzseite baust, liest du in Referenzen zeigen. Wie das bei echten Betrieben aussieht, siehst du auf meiner Seite mit Fallstudien, jeweils mit Ausgangslage, Vorgehen und Ergebnis.
Häufige Fragen
Helligkeit, Ausschnitt und Schräglage anpassen ist in Ordnung. Das Ergebnis selbst schönen ist es nicht. Wer Kratzer wegretuschiert oder Farben verfälscht, täuscht Kunden und riskiert Ärger wegen irreführender Werbung.
Für den Anfang reichen drei bis fünf richtig gute Paare pro Hauptleistung. Lieber wenige mit Geschichte als zwanzig ohne Erklärung. Neue Paare tauschst du laufend ein.
Ja, und das solltest du. Im Google-Unternehmensprofil zeigen sie Suchenden direkt in Maps, was du kannst. Achte auch dort auf die Einwilligung und auf unkenntliche Kennzeichen oder Hausnummern.
Dann zeig das fertige Projekt mit einer kurzen Beschreibung des Ausgangszustands. Und ab heute gilt: Erstes Foto vor dem ersten Handgriff. Nach ein paar Wochen hast du genug Paare.
Technisch ja, aber für die meisten Betriebe ist ein kurzes Handyvideo einfacher: Kamera auf das Vorher-Motiv, Schnitt, gleiche Position mit dem Ergebnis. Zehn Sekunden reichen.
Quellen
- Google Search Central: Best Practices für Bilder, abgerufen am 04.11.2026
- § 22 Kunsturhebergesetz (KUG), Recht am eigenen Bild, abgerufen am 04.11.2026
- § 5 UWG, Irreführende geschäftliche Handlungen, abgerufen am 04.11.2026
- Armin Franz: Fallstudien und Kundenstimmen, abgerufen am 04.11.2026