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Jobportale für Handwerker: Wo sich Stellenanzeigen lohnen

Jobportale für Handwerker: kostenfreie Jobbörse der Arbeitsagentur, Gratis-Anzeigen, bezahlte Portale und wann sich Bezahlen wirklich lohnt.

Armin FranzAktualisiert am 8 Min. Lesezeit
Armin Franz lehnt mit verschränkten Armen an einer Säule auf einer Messe
Kurz gesagt

Für Handwerksbetriebe lohnt sich zuerst die kostenfreie Jobbörse der Arbeitsagentur, dazu kostenlose Anzeigen, die manche große Portale anbieten. Bezahlte Einzelanzeigen können schnell einen vierstelligen Betrag kosten. Bezahlte Portale lohnen sich erst, wenn deine eigene Stellenseite steht und kostenlose Wege nicht reichen.

In diesem Artikel
  1. Welche Jobportale lohnen sich für Handwerksbetriebe?
  2. Was kostet eine Stellenanzeige bei der Jobbörse der Arbeitsagentur?
  3. Gibt es kostenlose Anzeigen bei großen Jobportalen?
  4. Was kosten bezahlte Jobportale?
  5. Wie viele Einstellungen kommen über Jobbörsen zustande?
  6. Wie holst du mehr aus einer Anzeige im Jobportal?
  7. Wann lohnt sich ein bezahltes Jobportal?
  8. Gibt es Jobportale nur für Handwerker?
  9. Häufige Fragen

Welche Jobportale lohnen sich für Handwerksbetriebe?

Zuerst die kostenfreie Jobbörse der Arbeitsagentur und kostenlose Anzeigen großer Portale. Bezahlte Portale lohnen sich, wenn eine Stelle dringend ist und das nicht reicht.

Jobportale verkaufen Reichweite. Ob die bei dir ankommt, hängt weniger vom Portal ab als von zwei Dingen: Wie gut ist deine Anzeige, und wohin führt sie? Eine Anzeige ohne Gehalt, die auf eine veraltete Website verlinkt, bleibt auch auf dem teuersten Portal liegen.

Ein Betrieb hat mir im Erstgespräch erzählt, dass ein bezahlter Portaleintrag für 75 Euro gar nichts gebracht hat. Das war ein Branchenportal, kein Jobportal, aber das Muster kenne ich: Geld für Reichweite, ohne dass jemand prüft, was danach passiert. Darum hier die Kostenmodelle und die Fragen, die du vor jeder Buchung stellen solltest.

Was kostet eine Stellenanzeige bei der Jobbörse der Arbeitsagentur?

Nichts. Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht Stellenangebote kostenfrei. Du brauchst nur ein Arbeitgeberkonto, das du beim Arbeitgeber-Service anforderst.

Die Bundesagentur für Arbeit gibt an, dass Arbeitgeber Stellenangebote in der Jobbörse kostenfrei veröffentlichen können (Jobbörse, Hilfe für Arbeitgeber). Alternativ meldest du die Stelle beim Arbeitgeber-Service und lässt dich bei der Suche unterstützen (Arbeitsagentur).

Ein Bonus für qualifizierte Stellen: Über die Jobbörse kannst du die Stelle auch auf dem Portal Make it in Germany für Fachkräfte aus dem Ausland veröffentlichen lassen. Helfer- und Saisonstellen sind dort ausgeschlossen.

Gibt es kostenlose Anzeigen bei großen Jobportalen?

Ja, manche große Portale bieten ein begrenztes Kontingent kostenloser Anzeigen. Die rutschen aber nach unten, je mehr neue Stellen dazukommen.

Ein Beispiel ist Indeed. Dort gilt laut eigener Hilfeseite in Deutschland: bis zu drei kostenlose Anzeigen pro Kalendermonat, jede bis zu 30 Tage sichtbar. Kostenlose Anzeigen rutschen in den Ergebnissen nach unten, je mehr neue Stellen dazukommen. Für bestimmte Stellen, etwa Teilzeit oder schwer zu besetzende Jobs, kann Indeed ein Sponsoring verlangen (Indeed, Stand 16.07.2026).

Bei gesponserten Anzeigen zeigt dir Indeed vor der Veröffentlichung einen Preis pro Bewerbung, der von Beruf und Region abhängt. Feste Euro-Preise pro Klick nennt Indeed nicht.

Vor jeder Buchung prüfen

Portale ändern Preise, Pakete und Aktionen häufig. Lass dir vor der Buchung den Gesamtpreis für die volle Laufzeit nennen, frag, ob er netto oder brutto gilt, und notier dir die Kündigungsfrist.

Was kosten bezahlte Jobportale?

Je nach Portal zahlst du pro Anzeige, pro Bewerbung oder im Abo. Einzelanzeigen großer Portale können einen vierstelligen Betrag kosten, Abos binden oft zwölf Monate.

Drei Abrechnungsmodelle begegnen dir: die Einzelanzeige mit fester Laufzeit, meist 30 Tage. Das Abo für dauerhaft online stehende Stellen, oft mit zwölf Monaten Vertragslaufzeit und jährlicher Abrechnung. Und die Bezahlung pro Bewerbung bei gesponserten Anzeigen, deren Preis von Beruf und Region abhängt.

Rechne jedes Abo aufs Jahr hoch, bevor du unterschreibst. Das lohnt sich, wenn du fast das ganze Jahr über jemanden suchst. Für eine einzelne Stelle ist es viel Geld, bevor du weißt, ob über das Portal überhaupt passende Handwerker kommen. Bei manchen Portalen kannst du die Anzeige kostenlos erstellen, bezahlt wird erst die Veröffentlichung.

Wege zu Bewerbern im Vergleich

Wege zu Bewerbern im Vergleich
WegKostenLaufzeitGut für
Jobbörse der Arbeitsagenturkostenfreibis du die Stelle beendestJede Stelle, auch Ausbildung
Kostenlose Anzeige bei großem Portalkostenlos im Rahmen eines Kontingentsbegrenzt, oft 30 TageTesten, ob Nachfrage da ist
Gesponserte AnzeigePreis pro Bewerbung oder Klick, je nach Beruf und Ortsolange Budget läuftDringende Stellen
Bezahlte Einzelanzeigefester Paketpreis, teils vierstelligmeist 30 TageEinzelne Stelle mit Budget
Abo bei einem Portalmonatlich, oft mit 12 Monaten BindungdauerhaftBetriebe, die ständig suchen
Eigene Karriereseite plus Google for Jobseinmaliger AufbaudauerhaftJede Stelle, alle anderen verlinken dorthin
Allgemeine Einordnung, Stand 04.11.2026. Konkrete Preise und Bedingungen nennt dir das jeweilige Portal vor der Buchung.

Wie viele Einstellungen kommen über Jobbörsen zustande?

Laut IAB wurden Internet-Jobbörsen 2025 bei 57 Prozent der Neueinstellungen genutzt und waren bei 21 Prozent entscheidend. Persönliche Kontakte lagen mit 27 Prozent vorn.

Die Zahlen stammen aus der IAB-Stellenerhebung mit 9.342 befragten Betrieben aus allen Branchen (IAB-Forum, Juni 2026). Die eigene Website war bei 70 Prozent der Einstellungen im Spiel und bei 20 Prozent entscheidend.

Heißt: Jobportale sind ein wichtiger Weg, aber nicht der einzige. Empfehlungen und die eigene Website sind zusammen stärker. Wie du Empfehlungen im Team systematisch nutzt, steht in Mitarbeiter werben Mitarbeiter.

Wie holst du mehr aus einer Anzeige im Jobportal?

Mit Gehalt in der Anzeige, einem Titel, nach dem Handwerker suchen, und einem Link auf deine Stellenseite. Dort wird aus dem Klick eine Bewerbung.

  • Titel wie die Suche: "Anlagenmechaniker SHK (m/w/d) in Hof" statt "Teamverstärkung gesucht".
  • Gehalt sichtbar: Eine Spanne in der ersten Zeile.
  • Link zur eigenen Stellenseite: Mit Fotos, Team und Kurzformular.
  • Kurze Bewerbung zulassen: Telefonnummer reicht für den ersten Kontakt. Mehr dazu in Bewerbung ohne Anschreiben.
  • Herkunft abfragen: Im Formular fragen, wo der Bewerber die Stelle gesehen hat.

Wie die Anzeige selbst geschrieben sein sollte, zeige ich mit Vorher-Nachher-Beispiel in Stellenanzeige im Handwerk schreiben.

Wann lohnt sich ein bezahltes Jobportal?

Wenn eine Stelle dringend ist, kostenlose Wege nach zwei, drei Wochen nichts gebracht haben und deine Stellenseite steht. Vorher verbrennst du Geld.

In dieser Reihenfolge vorgehen

  1. Eigene Stellenseite

    Mit Gehalt, Fotos, Kurzformular. Ohne sie bringt kein Portal etwas. Anleitung in Karriereseite für Handwerksbetriebe.

  2. Kostenlose Wege

    Jobbörse der Arbeitsagentur, kostenlose Portal-Anzeigen, Google for Jobs, Empfehlungen im Team.

  3. Zwei bis drei Wochen messen

    Wie viele Bewerbungen kamen, und woher?

  4. Gezielt bezahlen

    Nur für die Stelle, die nicht besetzt wird. Erst kleines Budget, dann nachlegen, was funktioniert.

  5. Kosten pro Einstellung rechnen

    Was hat dich jeder neue Kollege über welchen Weg gekostet? Das entscheidet über die nächste Buchung.

Gibt es Jobportale nur für Handwerker?

Ja, spezialisierte Portale und regionale Stellenbörsen, etwa von Zeitungen. Preise und Reichweite unterscheiden sich stark, also vorher nach echten Zahlen fragen.

Frag jeden Anbieter: Wie viele Bewerbungen haben vergleichbare Stellen in meiner Region im letzten Jahr bekommen? Wer darauf keine Zahl nennt, verkauft dir Hoffnung. Frag auch bei deiner Handwerkskammer oder Innung nach, ob es Rahmenverträge oder eigene Stellenbörsen gibt.

Wenn du wissen willst, wie gut deine eigene Seite Bewerber aus Portalen auffängt: Im Erstgespräch schauen wir in rund 15 Minuten gemeinsam drauf, klären, wen du suchst, und welche Schritte sich wirklich lohnen.

Häufige Fragen

Armin Franz sitzt lächelnd an einem Holztisch vor einem hellen Sprossenfenster

Armin Franz

Webdesigner für Handwerksbetriebe in Bayern

Ich baue Websites für Handwerksbetriebe und sorge dafür, dass sie bei Google und in KI-Suchen gefunden werden. In diesem Ratgeber schreibe ich auf, was ich aus Kundengesprächen und eigenen Projekten weiß.

Mehr über mich

Quellen

  1. Bundesagentur für Arbeit: Jobbörse, Hilfe für Arbeitgeber, abgerufen am 04.11.2026
  2. Bundesagentur für Arbeit: Stellenangebote online veröffentlichen, abgerufen am 04.11.2026
  3. Indeed: Kostenlose und Premium-Stellenanzeigen (aktualisiert 16.7.2026), abgerufen am 04.11.2026
  4. Make it in Germany: Stellenanzeige veröffentlichen, abgerufen am 04.11.2026
  5. IAB-Forum: Online-Medien sind bei der Personalsuche auf dem Vormarsch (8.6.2026), abgerufen am 04.11.2026